Die absehbare Rückkehr eines bekannten Solinger Problems

Solinger Verkehrsprobleme : Die absehbare Rückkehr eines bekannten Solinger Problems

Wer bislang dachte, der A 3-Anschluss sei durch, sollte sich nicht täuschen. Die Baustelle Eselsweg setzt das Thema erneut auf die Agenda.

Zugegeben, es überrascht schon ein bisschen. Nur zwei Tage brauchte es, bis die neue Großbaustelle am Höhscheider Weg in Aufderhöhe ein altes Solinger Thema wieder auf die Tagesordnung gesetzt hatte. Aber wirklich wundern muss sich niemand, dass der A 3-Anschluss jetzt einmal mehr die Gemüter zu erregen beginnt. Denn diese Debatte war genauso abzusehen, wie die Staus, die die neue Einbahnstraßenregelung auf einer der wichtigsten Verbindungsstraßen im Westen der Stadt einfach verursachen muss.

Wobei wir für einen Moment noch auf dem Gebiet der sicheren Prognosen verharren wollen. Jede Wette, dass die Klagen, die fortan von Pendlern sowie Firmen kommen werden, bei den Verantwortlichen in der Politik zu keinem Umdenken führen werden. Die Verlängerung der Viehbachtalstraße zur Autobahn ist und bleibt ein Solinger Politikum, bei dem die Belange der Betroffenen bereits seit langer Zeit eine höchstens nachgeordnete Rolle spielen. Mit der Folge, dass die Belastung sowohl für die Pendler, als auch für die Anwohner in den nächsten eineinhalb Jahren während der Bauzeit am Höhscheider Weg ein weiteres Mal steigen wird.

Womit man nun langsam aber das Terrain der prognostizierbaren Gewissheiten hinter sich lässt und allmählich ins Reich des Irrealen abtaucht. Oder gibt es tatsächlich jemanden, der – abseits des Verweises auf ideologische Vorfestlegungen sowie bündnispolitische Rücksichtnahmen – zu sagen wüsste, warum ausgerechnet die Solinger SPD sich einem modernen und leistungsfähigen A 3-Anschluss schon seit Jahrzehnten verweigert?

Bei den Grünen liegt die Antwort auf diese Frage ja auf der Hand. Es gehört zur DNA der Partei, dem Autoverkehr skeptisch gegenüber zu stehen. Und ferner erfüllen die Grünen seit eh und je die Rolle als umweltpolitisches Regulativ, das dann greift, wenn ohne Sinn in die Natur eingegriffen wird.

Was indes beim Solinger Autobahnanschluss nicht der Fall wäre. Schließlich würde die Trasse bis zum Kreuz Langenfeld, die später auch mal von E-Autos benutzt werden könnte, großteils entlang der Bahnlinie von Solingen nach Köln verlaufen.Dementsprechend ist die feste Positionierung der Sozialdemokraten beim A 3-Problem schlicht nicht nachzuvollziehen. Zumal sich an fünf Fingern abzählen lässt, dass CDU & Co. das Thema im Kommunalwahlkampf 2020 mit großem Genuss ausspielen dürften.

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