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Rommerskirchen: Tunnel zu den Gleisen stört am meisten

Rommerskirchen : Tunnel zu den Gleisen stört am meisten

Beim NGZ-Mobil gestern am Rommerskirchener Bahnhof waren sich alle Pendler, Anwohner und Politiker einig: Das Areal muss aufgewertet werden. Der schlechte Zustand der Unterführung wurde besonders bemängelt.

Das Urteil zum Bahnhof fiel beim NGZ-Mobil gestern einhellig schlecht aus: Für Walter Grubert war ein Hauptgrund, nach Rommerskirchen zu ziehen, der Bahnhof: "Jetzt muss endlich das Umfeld, und vor allem die versiffte Unterführung saniert werden", sagt er. Dann könnten neue Bewohner für die Gemeinde begeistert werden.

NGZ-Mobil am Bahnhof (o., v.l.): Maria Peiffer, Carina Wernig, Josef Pohl, Walter Grubert, Paul Rolf Essel, Harry Marquardt, Sebastian Meurer. Anne Sensendorf (r. auf Foto unten links) und Paul Rolf Essel (u. r.) diskutierten. Foto: Hans Jazyk

Der frühere SPD-Fraktionsvorsitzende Paul-Rolf Essel ist seit 1969 Benutzer der Bahn und ihr Kritiker. Nachdem das Bahnhofsgebäude auf Betreiben der Gemeinde am 4. August 1989 unter Denkmalschutz gestellt wurde, "hat uns die Bahn aufs Kreuz gelegt", erinnert er sich. "Die Bahn hat das Gebäude bald verkauft und war alle Verpflichtungen los." Angesichts mangelnder Barrierefreiheit sei der Bahnhof wenig benutzerfreundlich. Zudem zeichne sich die Unterführung durch "den Gestank von Alkohol und Urin" aus.

Foto: Jazyk, Hans (jaz)

Für die täglich die Bahn nutzende Butzheimerin Susanne Lütticke ist der zum Teil 15 Minuten lang geschlossene Übergang eines der Hauptübel. "Angesichts der langen Rot-Phasen gehen die Fußgänger dennoch hinüber, was kein gutes Beispiel für Kinder ist." Dennoch seien viele dazu gezwungen, wenn sie den Zug nicht verpassen wollten.

Täglich nutzt Anne Sensendorf aus Butzheim die Bahn, um zum Studium nach Mönchengladbach zu fahren: "Hier sollte in das Umfeld, vor allem in den Tunnel investiert werden", sagt sie. Außengastronomie am Bahnhof zu nutzen, könne sie sich gut vorstellen. Mit ihrer Bus-Anbindung ist sie zufrieden.

Vize-Bürgermeisterin Maria Peiffer (SPD) jedoch fordert eine bessere Anbindung des Nordens: "Wir sehen oft die Bahn gerade wegfahren, das bedeutet eine halbe Stunde Wartezeit." Eher heute als morgen möchte sie mit den Verbesserungen beginnen. SPD-Fraktionschef Martin Mertens sieht die große Rampe statt des Tunnels als gute Lösung: "Damit wird der Gleiszugang viel besser geregelt", sagt er.

"Ich hoffe, dass wir das Projekt finanzieren können", sagt seine Amtskollegin Alice Oßwald (FDP): "Barrierefreiheit ist dringend nötig." Auch Stammkunde Marius Erpenbach fordert Barrierefreiheit: "Junge Paare mit Kinderwagen haben hier immer Probleme, auf den Bahnsteig zu kommen."

Auch Harry Marquardt setzt auf die Neuplanung des Bahnhofsareals: "Wir brauchen ein würdiges Empfangsbild." Die Gemeinde habe die Möglichkeit, Fördergelder zu erhalten, um das Projekt weiterzuführen. Dann würde auch das Umsteigen attraktiver, und mehr Leute würden die Bahn nutzen. Dem stimmt Martin Marquardt zu, der mit der Bahn ab und zu nach Köln fährt: "Der Parkplatz ist durch die Schlaglöcher gefährlich für Autos."

Für Peter Weber ist der Zustand des Vorplatzes das größte Problem: "Das müsste dringend gemacht werden. Hier ist durch den Schrottplatz viel kaputt gemacht worden." Dem schließt sich Josef Pohl an: "Seit ich hier wohne, ist das ein Schandfleck. Der Schrott sollte abtransportiert werden."

Per Telefon äußert sich CDU-Fraktionsvorsitzender Stephan Kunz: "Der Bahnhofsumbau ist wichtig für die Gemeinde, vor allem der barrierefreie, blickoffene Zugang zu den Gleisen." Dass Bürgermeister Albert Glöckner angekündigt hat, bei Zuschusskürzungen das Projekt zu prüfen, hält Kunz für richtig: "Das hat die CDU gefordert: Bei Änderungen schauen, was zu machen ist." Eine Idee, Finanzlücken zu schließen, könne auch eine Kreditaufnahme sein. Auch der stellvertretende CDU-Vorsitzende Holger Hambloch meldet sich telefonisch: Der Verwaltung und der SPD wirft er vor, "kein Konzept" für die Umgestaltung des Bahnhofs zu haben. Die Entfernung des Wäldchens und der Kauf eines Gebäudes hätten unnötig viel Geld gekostet.

(NGZ/rl)