1. NRW
  2. Städte
  3. Rommerskirchen

Rommerskirchen: Verein will historische Pumpen sanieren

Rommerskirchen : Verein will historische Pumpen sanieren

Aus Anlass des 100-jährigen Bestehens des Vanikumer Wasserwerks will der Förderverein die beiden noch erhalten gebliebenen Pumpen des Orts wieder in Schuss bringen. Größere Feiern sind auf dem Hühnerberg aber nicht geplant.

Unweit der RWE-BoA-Blöcke gelegen, zählt der Hühnerberg zu den Wahrzeichen Vanikums. Ein inzwischen fast bis zur Unkenntlichkeit verwitterter Markierungsstein weist ihn mit seiner Höhe von immerhin 108 Metern als die höchste natürliche Erhebung im gesamten Kreis Neuss aus. Wer den Hühnerberg erklimmt, kann von dort aus bereits den Bedburger Nachbarort Rath erblicken. Doch nicht nur das: Auf dem Berg befindet sich auch das historische Wasserwerk, das mittlerweile 100 Jahre alt ist.

Für den Förderverein Vanikum ist dies ein Anlass, sich mit einem Stück Lokalgeschichte zu beschäftigen, das über den Ort hinaus Bedeutung hat: Das heute den Kreiswerken gehörende Wasserwerk war 1913 ein Gemeinschaftsprojekt der seinerzeit eigenständigen Gemeinden Rommerskirchen und Nettesheim-Butzheim sowie Frixheim-Anstel. "Bis zum Bau des Wasserwerks erfolgte die Wasserversorgung durch Brunnen", erzählt Adi Deutzmann vom Förderverein. Die blieben noch lange Zeit ebenso für Notfälle erhalten wie die dazu gehörigen Pumpen. Was sich am Ende des Zweiten Weltkriegs als lebenswichtig erweisen sollte: Beim Bombenangriff der Alliierten auf Rommerskirchen wurden am 1. März 1945 auch Teile des Wasserleitungsnetzes zerstört: Die wieder hergerichteten Brunnen und Pumpen taten den Vanikumern in der Folge noch geraume Zeit gute Dienste.

Während das Wasserwerk bestens in Schuss ist, will der Förderverein sich in dessen Jubiläumsjahr den beiden noch erhalten gebliebenen Pumpen widmen: Sie befinden sich an der Hauptstraße wie an der Dreschgasse und sollen gründlich überholt werden. "Die Eigentümer haben ihr Einverständnis bereits erklärt", sagt Adi Deutzmann. Vorstandsmitglied Willi Feil hat sich die beiden Pumpen gemeinsam mit Hans-Martin Werres angesehen — im Ort als "Allroundhandwerker" bekannt, wird er sich in den kommenden Monaten um die Restaurierung der Pumpen kümmern. Die waren einst in den Dörfern die Treffpunkte der Einwohner schlechthin, wie der frühere Rommerskirchener Baudezernent Hans-Georg Schnieders in einem den örtlichen Brunnen und Pumpen gewidmeten Buch schreibt.

Rund um das Wasserwerk selbst sind keine Feierlichkeiten geplant — es liegt schlicht zu weit abseits des Orts. Nicht auszuschließen ist jedoch, dass es einmal Ziel einer Ortsbegehung werden könnte, wie sie Adi Deutzmann 2012 sowohl mit dem Seniorennetzwerk 55 plus als auch dem Förderverein unternommen hat. Fast 200 Teilnehmer sorgten seinerzeit bei den Exkursionen für einen großen Erfolg. Ein beliebtes Ausflugsziel ist die Umgebung des Wasserwerks vor allem für jüngere Vanikumer jedenfalls stets gewesen. Nach Beweisen muss nicht lange gesucht werden. Bei einem Ortstermin mit seinen Vorstandskollegen Willi Feil und Karl-Heinz Förster konnte der "Ur-Vanikumer" Adi Deutzmann jetzt manch ein Namensrätsel lösen, das einst vor allem Liebespaare in die Baumstämme geschnitzt haben. Bei einigen Hinterlassenschaften ist sich Deutzmann der Urheber völlig gewiss, während Decknamen des Kalibers "Tarzan 1968" noch einiger Recherchen bedürfen.

(NGZ)