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Rommerskirchen: Eltern demonstrieren für Spielplatz

Rommerskirchen : Eltern demonstrieren für Spielplatz

Für den Wegfall des Kleinkinderspielplatzes am Bunzlauer Weg soll es 100 Meter entfernt Ersatz geben. Dies versicherte Bürgermeister Albert Glöckner jetzt den protestierenden Eltern. In der Politik herrscht breite Zustimmung.

Gegen die Schließung des Spielplatzes am Bunzlauer Weg protestierten jetzt Eltern und Anwohner. Heike Stemmer hatte gemeinsam mit einer Nachbarin knapp 60 Unterschriften für den Erhalt des Spielplatzes gesammelt. "Den Spielplatz wegfallen zu lassen, ist für die oft beschworene Familienfreundlichkeit der Gemeinde kein Ruhmesblatt", sagte Heike Stemmer. Am Ende der Demonstration, zu der neben Bürgermeister Albert Glöckner auch Vertreter aller Fraktionen kamen, herrschte bei der Anstelerin und ihren Mitstreitern verhaltener Optimismus: In seiner nächsten Sitzung am 23. Mai wird der Rat entscheiden wie für die geplanten vier Spielplätze, die wegfallen sollen, Ersatz geschaffen werden kann.

Was das Gelände am Bunzlauer Weg angeht, könnte die Entscheidung durchaus zur Zufriedenheit der besorgten Bürger ausgehen: Albert Glöckner stellte ihnen einen neuen Platz in 100 Meter Entfernung in Aussicht. Während Holger Hambloch (CDU) von einem "Teilerfolg" der Bürger sprach, fuhr sein Fraktionschef Stephan Kunz schwereres Geschütz auf: "Wir finden es bedauerlich, dass in Rommerskirchen die Bürger für ihr Recht auf die Straße gehen müssen. Das ist nicht die Politik der CDU. Wir haben in der Ratssitzung beantragt, dass die Diskussion öffentlich mit den Beteiligten geführt wird." Die übrigen Fraktionen hätten dies verweigert: "Vor allen Dingen die SPD ignoriert damit das berechtigte Bürgerinteresse, von den übrigen Fraktionen wird sie dabei kritiklos unterstützt" kritisierte Kunz.

SPD-Fraktionschef Martin Mertens zufolge ist Albert Glöckner mit dem Vorschlag, einen Kleinkinder-Spielplatz am Tilsiter Weg anzulegen "eine sehr gute Alternative" gelungen. Dass die CDU nun Glöckner angreife, statt ihrerseits nach Alternativen gesucht zu haben, sei "schade". Aus Mertens' Sicht "ist es besser, wenn man für die Gemeinde zusammenarbeitet, anstatt gegeneinander." Dass es im Umkreis von 650 Metern demnächst die Spielplätze geben werde, spricht Mertens zufolge für "eine hervorragende Versorgung". UWG-Fraktionschefin Ulrike Sprenger betont, "dass es sich nicht um eine Demo gegen die Verwaltung und die Politiker gehandelt hat. Die Verwaltung hat ihre Hausaufgaben gemacht, so wie es der Rat gewünscht hat." Sie betonte: "Wenn wie einstimmig im Rat beschlossen Spielplatzgelände verkauft werden sollen, um den Haushalt der Gemeinde zu retten, sollen Kinder nicht darunter leiden." Sie verweist auf die in Nettesheim und Eckum ebenso wie jetzt in Anstel gefundenen Alternativen. "Man merkte auch an den Reaktionen der Eltern, dass alle mit der gefundenen Lösung zufrieden nach Hause gehen konnten." Das Ganze sei weniger eine Demo als vielmehr eine Bürgerversammlung gewesen.

Ähnlich sieht es Alice Oßwald für die FDP: "Das Ganze ist sehr positiv von den Eltern aufgenommen worden und letztlich zu unser aller Zufriedenheit verlaufen", sagt die Fraktionschefin der Liberalen.

Jupp Kirberg (Bündnis 90/Die Grünen) begrüßt, "dass die Bürger insofern Erfolg hatten, als in unmittelbarer Nähe eine Fläche für einen neuen Platz gefunden wurde". Letztendlich handele es sich "nur um eine Verlagerung", so Kirberg. Auch für ihn ist klar: "Die Gemeinde tut unter dem Strich sehr viel für Kinderspielplätze, auch solche für ganz kleine Kinder." Angesichts der breiten Zustimmung dürfte eine deutliche Ratsentscheidung für das neue Gelände an der Tilsiter Straße lediglich bloß noch eine Formsache sein.

(NGZ)