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Rommerskirchen: "Schlammspringer" bleiben

Rommerskirchen : "Schlammspringer" bleiben

Die Naturgruppe des Kindergartens "Pusteblume" bleibt erhalten. Möglich machen dies eine Ausweitung der wöchentlichen Betriebszeit und die gestiegene Nachfrage. Vermehrt sollen Kleinkinder aufgenommen werden.

Vor einem Jahr sah es noch düster aus für die "Schlammspringer" des Kindergartens "Pusteblume": Für Ende Juli 2012 drohte der Naturgruppe angesichts stark gesunkener Nachfrage die Auflösung. Die ist mittlerweile in weite Ferne gerückt. Etliche Eltern mochten die mögliche Schließung nicht nachvollziehen und machten ihrem Unmut Luft. Auch im Rat gab es laut Dezernent Elmar Gasten "den Wunsch, dass diese Form der Betreuung aufrechterhalten wird."

Ganz voraussetzungslos ließ sich dieser Wunsch allerdings nicht erfüllen. Einer der Gründe dafür, dass die Schließung der Gruppe abgewendet werden konnte, sind nach den Worten von Brigitte Kloße, der Leiterin der Tagesstätte, "die erweiterten Öffnungszeiten."

Anstelle von nur 25 Stunden wöchentlich sind die "Schlammspringer" mittlerweile 35 Stunden in der freien Natur unterwegs. "Die bisherige Betreuungsform hat für den Bedarf nicht mehr ausgereicht", erläutert Elmar Gasten. Der Schwerpunkt bei der Betreuung in den Kindergärten insgesamt habe sich inzwischen auf 35 bis 45 Wochenstunden verlagert: "Auch bei einer Halbtagstätigkeit der Eltern reichte das bisherige Angebot nicht mehr." Mit dem 35-stündigen Betrieb der Naturgruppe geht auch die von vielen Eltern dringend gewünschte Übermittag-Betreuung einher. Zudem ist die vermehrte Aufnahme von Kindern unter drei Jahren geplant.

Komplettes Neuland betritt die Naturgruppe damit nicht: Laut Brigitte Kloße gibt es bereist seit zwei Jahren Kleinkinder in der Gruppe. Zudem werden nun auch "Schnuppertage" für unter Dreijährige angeboten. Die seit August bestehende Naturgruppe war einst lediglich als Notlösung gedacht, erfreute sich indes schnell bei vielen Eltern und Kindern großer Popularität. Das bei den "Schlammspringern" angewandte Konzept orientiert sich Brigitte Kloße zufolge "zu 70 bis 80 Prozent an der Waldpädagogik." Derzeit wird sie von 15 Jungen und Mädchen besucht. Nötig sind bei der Aufnahme von U3-Kindern geeignete Schlaf- und Ruhemöglichkeiten. Die könnte statt eines ursprünglich geplanten Holzhauses ein mehrteiliger Container bieten, den RWE Power der Gemeinde kostenlos zur Verfügung gestellt hat.

Der Container verfügt über eine Heizung und Stromanschlüsse und soll in den Sommerferien aufgestellt werden. Die Gemeinde sieht darin auch mit Blick auf die angestrebte Zertifizierung des Kindergartens als Familienzentrum eine sinnvolle Lösung. "Derzeit ist die Nachfrage stabil", sagt Elmar Gasten. Das wird in Zukunft so bleiben müssen, um die Naturgruppe weiter betreiben zu können.

(NGZ)