1. NRW
  2. Städte
  3. Rommerskirchen

Rommerskirchen: Ein tierisches Top-Model

Rommerskirchen : Ein tierisches Top-Model

Mit ihren "Shih Tzus von Savaredo", einer tibetanischen Kleinhunderasse, feiern Trude und Günther Hamacher aus Vanikum große Zucht- und Ausstellungserfolge. Ihr aktueller Star ist Rüde Sugar-Boy.

Dass Trude und Günter Hamacher ihren Shih Tzus ähnlich sehen — Hundebesitzer sollen sich ja optisch ihren Schützlingen annähern — kann man nicht behaupten. Als symbiotisch darf man ihre Beziehung zu den kleinen Hunden aber durchaus bezeichnen. Seit 30 Jahren züchtet das Ehepaar, das seit 1992 in Vanikum lebt, die aus Tibet stammende Hunderasse, die Anfang des 19. Jahrhunderts nach Europa kam.

Das ganze Haus ist auf die Bedürfnisse der Tiere abgestimmt, von denen momentan 20 dort leben. Dazu kommen unzählige Fotos, Zeichnungen, ein handgeknüpfter Teppich mit Shih Tzu-Motiv im Wohnzimmer, ein Porzellan-Service im Hunde-Style und eine Tischdecke voller Shih Tzus. Günther Hamacher: "Wir leben in einer besseren Hundehütte." Er lacht.

"Das ist wie eine Sucht", sagt Trude Hamacher und meint damit weniger die Sammelleidenschaft als die Zucht und Präsentation der Hunde. 30 Wochen im Jahr sind die Hamachers mit Hund unterwegs durch ganz Europa, sogar im amerikanischen Salt Lake City waren sie schon. Für sie sind die Hunde ein Lebenselixier. "Andere Rentner sitzen nur daheim", sagt Trude Hamacher. "Die Hunde halten jung."

Der Aufwand, den Hamachers für ihre Tiere treiben, ist riesig. Auch in Sachen Pflege: "Wir mögen nicht, wenn es im Haus direkt nach Hund riecht. Sauberkeit ist das Wichtigste", erklärt Trude Hamacher, die gleich den nächsten Waschgang für Sugar-Boy ankündigt — das Prachtexemplar der Hamachers. "Du bist unser Star", sagt die Vanikumerin und herzt den dreieinhalbjährigen Rüden, der ihr ganzer Stolz ist. Anfang Mai hat Sugar-Boy mal wieder bei einer hochrangig besetzten Schau in Dortmund die Herzen der strengen englischen Juroren erobert und wurde hoch dekoriert. "Wir wollen nur eins: ausstellen und gewinnen."

Entsprechend gestaylt tritt der Shih-Tzu auf, wenn es um die Wurst geht. Jedes der glänzenden, bodenlangen Haare wird zurechtgelegt — Schlabberlook kann sich der 8,4 Kilo wiegende Sugar-Boy nicht leisten. Bewertet werden die Tiere nach einem internationalen Standard, zu dem beispielsweise die Zähne oder die Augenbreite zählen. Kunstobjekte seien die Tiere trotzdem nicht. Sie sind "einfach nur Hund", betont Trude Hamacher. Das gilt vor allem für die "Rentner", wie Günther Hamacher Sugar-Boys Großeltern nennt. Sie tragen die Haare kurz, sind so viel leichter zu pflegen. Die ältesten Shih Tzus in Vanikum sind 15 Jahre alt. Die Tiere der zwei bis drei Würfe pro Jahr werden verkauft — an Privatleute, Züchter oder Aussteller. "Dann bleiben die Tiere mindestens sechs Monate lang bei uns", sagt Trude Hamacher — bis klar ist, ob sie das Zeug zum Champion haben.

(NGZ)