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Rommerskirchen: Rettungswache in Nettesheim?

Rommerskirchen : Rettungswache in Nettesheim?

Immer älter werdende Bewohner bedeuten steigende Einsätze von Rettungsdiensten. Daher fordern Rommerskirchener Politiker vom Kreis eine eigene Rettungswache. Standort könnte Nettesheim-Butzheim sein.

Um die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten, fordern alle Rommerskirchener Politiker den Landrat auf, eine eigene Rettungswache auf Rommerskirchener Gebiet vorzusehen. Alle Fraktionsvorsitzenden unterschrieben am Donnerstagabend in der Ratssitzung dazu eine Resolution an Hans-Jürgen Petrauschke.

Anders als der Landrat, der laut Rettungsbedarfsplan keine Notwendigkeit für Rommerskirchen als Standort sieht (die NGZ berichtete), glauben die Politiker, dass sich der Bedarf an Rettungsdiensten in Rommerskirchen in nächster Zeit erhöhen wird. Bürgermeister Albert Glöckner betonte in der Ratssitzung: "Wir möchten einen Prozess in Gang setzen, um dauerhaft einen Rettungswagen in Ortsnähe zu haben." Er sieht genau wie seine Ratskollegen durchaus einen Anlass für eine Fortschreibung des Rettungsbedarfsplanes: "In Rommerskirchen gibt es immer mehr Bewohner über 75 Jahre, daher ist eine Steigerung der Rettungsdiensteinsätze zu erwarten." Die Zahl der über 75-Jährigen ist dort seit 1975 von 386 auf 1112 Personen im Jahr 2010 gestiegen. Das zusätzliche Angebot eines eigenen Rettungswagens für Rommerskirchen müsste im aktualisierten Bedarfsplan verankert werden.

Alle Fraktionen stimmten für diese Resolution — auch die CDU, für die Fraktionschef Wolfgang Könen erst noch Beratungsbedarf angemeldet hatte. SPD-Fraktionsvorsitzender Martin Mertens hatte die Initiative der SPD im Gemeinderat erläutert: "Die schnelle Erreichbarkeit der Bevölkerung durch Rettungstransportwagen ist in Rommerskirchen nicht optimal."

Auch über einen Standort haben sich die Ratsmitglieder bereits Gedanken gemacht: "Die Wache könnte in Nettesheim-Butzheim stehen", erklärte Mertens. Dieser Standort sei bereits bei früheren Überlegungen als bester Platz für den Rettungsdienst ausgemacht worden, um alle Ortsteile — und das südliche Grevenbroich — zu erreichen. Allerdings gebe es auch andere Möglichkeiten, wie einen Standort gleich in der Nähe des Altenpflegeheims St. Elisabeth, neben dem Seniorenwohnungen geplant sind.

Die Finanzierung scheint für den Rat gesichert. Grevenbroich könne zurzeit aus finanziellen Gründen kein neues Feuerwehrgerätehaus in Neurath bauen, von dem aus Rommerskirchen vom Rettungsdienst angefahren wird. Wie Glöckner betont, sei das in der Gemeinde anders: "Wir könnten das leisten, weil wir andere Möglichkeiten haben." So gebe es das Modell "Wir bauen, der Kreis oder die Rettungsdienste zahlen Miete".

Die Kreis-SPD will, so Mertens, auf ihrer Klausurtagung am Wochenende darüber beraten, einen Antrag in den Kreistag einzubringen, der einen eigenen Rettungswagen für Rommerskirchen fordert.

(NGZ)