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Rommerskirchen: In der Nachtschicht für Senioren

Rommerskirchen : In der Nachtschicht für Senioren

Melanie Vogel und Dominik Wenzel arbeiten als Altenpfleger im Malteserstift St. Katharina in Hackenbroich. In einer Serie stellt die NGZ Menschen vor, die hellwach sind und arbeiten, wenn andere schlafen.

Fröhlich unterhalten sich die beiden Altenpfleger Melanie Vogel und Dominik Wenzel mit Bewohner Ulrich Retzmann im karnevalistisch geschmückten Aufenthaltsraum des Malteserstiftes St. Katharina. Im Seniorenpflegeheim in Hackenbroich kümmern sich die beiden um die Bewohner — und das auch mal in Nachtschicht. Das bedeutet, dass sie von 21 bis 6.45 Uhr am nächsten Morgen für alles zuständig sind, was die Senioren betrifft.

Das beginnt mit der Medikamentenausgabe für die Nacht und bedeutet auch auf jedes Klingeln zu reagieren: "Oft sind es nur Kleinigkeiten, aber es beruhigt die Bewohner, wenn wir auch nachts zu ihnen kommen", erklärt die 24 Jahre alte Melanie Vogel. Die gebürtige Grevenbroicherin, die nun in Rheinfeld wohnt, arbeitet seit September 2011 im Malteserstift. Zuvor hat sie nach dem Besuch der Realschule Dormagen im Herz-Jesu-Heim in Neuss ihre Ausbildung gemacht.

Ebenfalls examinierter Altenpfleger ist Dominik Wenzel (28). Der gebürtige Neusser ist in Grevenbroich zur Realschule gegangen und war zunächst als Metaller tätig, bevor er umschulte und Altenpfleger wurde. Jetzt wohnt der 28-Jährige in Grevenbroich und arbeitet seit 1. April 2011 im Malteserstift — seit dem Tag der Eröffnung.

Gerade nachts sei es wichtig, immer wieder zu überprüfen, ob die Bewohner des Seniorenpflegeheims richtig gebettet seien, betont Melanie Vogel. Dazu kommt auch morgens um 3 Uhr Unterstützung bei Toilettengängen, wenn die Bewohner nach Hilfe klingeln. "Wir sind entweder über eine Telefonnummer oder über eine Taste zu erreichen, die dann auf unserem Telefon als Zimmernummer erscheint", erläutert Dominik Wenzel.

In der Nachtschicht kümmern sich zwei Pfleger um alle der zurzeit 70 Bewohner. "Trotzdem haben wir nachts mehr Ruhe als tagsüber", sagt Dominik Wenzel, der sich mit Kaffee und Gesprächen wachhält. Melanie Vogel setzt ebenfalls auf ein koffeinhaltiges Getränk, wobei es bei ihr eher ein "Energy Drink" ist. Besonders hart sei die Zeit um 2.30/3 Uhr, wenn sich die Müdigkeit am schlimmsten wird.

Da beide den Umgang mit Menschen sehr schätzen, macht ihnen ihre Arbeit Spaß, auch wenn Nachtwachen schlauchen: "Das ist eben nicht der normale Tagesablauf, es fällt schwer, nach Nachtwachen wieder in den normalen Rhythmus zu kommen", sagt die Pflegerin, die auch schon mal einspringt, wenn jemand für die Nachtschicht gebraucht wird. Die Atmosphäre im Malteserstift sei sehr gut, sagen Melanie Vogel und Dominik Wenzel übereinstimmend: "Wir lachen viel mit den Bewohnern."

(NGZ/rl)