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Rommerskirchen: Ramrather Wiese gerettet

Rommerskirchen : Ramrather Wiese gerettet

"Es gibt bessere Baugebiete" – SPD-Fraktionschef Martin Mertens ist von der Umwandlung der Wiese an der Hellenbergstraße zu einem Baugebiet nicht überzeugt. Auch 240 der 560 Einwohner wollen die Weise erhalten.

"Es gibt bessere Baugebiete" — SPD-Fraktionschef Martin Mertens ist von der Umwandlung der Wiese an der Hellenbergstraße zu einem Baugebiet nicht überzeugt. Auch 240 der 560 Einwohner wollen die Weise erhalten.

Die Chancen für den Erhalt der Wiese an der Hellenbergstraße stehen gut. 240 Bürger hatten vergangenen Herbst bei einer von Solvey Friebe initiierten Unterschriftenaktion unterschrieben, um die Wiese vor einer Bebauung zu retten. Bürgermeister Albert Glöckner ist von einem solchen Vorhaben inzwischen offenbar abgerückt: Voraussetzung ist allerdings, dass sich die Bürger selbst — konkret: der Schützenverein Ramrath-Villau — um die Pflege der an das Kapellchen angrenzenden Wiese kümmern.

Den Entwurf eines sich an Vereinbarungen in anderen Ortschaften anlehnenden Pflegevertrags hat die Gemeinde den Schützen bereits zukommen lassen. Blanko unterschreiben mögen diese ihn allerdings nicht. Schützen-Präsident Theo Hilgers lässt keinen Zweifel daran, dass über die konkreten Modalitäten verhandelt werden muss: "Es ist noch nicht alles in trockenen Tüchern. Da muss noch einmal nachgearbeitet werden." Ein Beispiel für noch offene Rechtsfragen: Die Schützen sollen sich verpflichten, den angrenzenden Bürgersteig von Schnee und Eis freizuhalten — was heute eine Aufgabe der Gemeinde ist, an deren Erfüllung in den vergangenen Wintern sich freilich kein Ramrather erinnern könne.

"Ganz schön viel" verlangt der Vertragsentwurf nach Ansicht von Solvey Friebe von den Schützen — zumal diese sich bereits um die Pflege des Platzes rund um die Kapellen an der Hellenbergstraße gekümmert hätten. Friebe würde sich außerstande sehen, eine Komplett-Verantwortung zur Gestaltung, Instandhaltung und ständigen Verkehrssicherung zu übernehmen. SPD-Chef Johannes Strauch, der sich im Herbst im Rat für den Erhalt der Wiese ausgesprochen hat, ist guter Dinge, dass eine Bebauung vom Tisch ist. Ebenso sieht es der SPD-Fraktionsvorsitzende Martin Mertens: "Es gibt bessere Gebiete für eine Bebauung."

Johannes Strauch blickt bereits ein Stück über einen Vertragsabschluss zwischen Gemeinde und Schützen hinaus: "Wir befinden uns in ersten Gesprächen mit dem RWE, um die Möglichkeit auszuloten, inwieweit das Unternehmen sich an einer Bodenbeleuchtung für den Platz einbringen kann." Strauch erinnert an den Kreisverkehr in Vanikum, an dessen Illumination sich RWE 2009 beteiligt hat. Zudem besteht nach den Worten des SPD-Vorsitzenden in Ramrath der Wunsch nach "einem breiten Bürgersteig zwischen Denkmal und Bushaltestelle zwei Sitzbänke bekommen zu können, die dort zum Verweilen einladen." Melanie Lange, die gleich an der Wiese wohnt und beim Unterschriftensammeln beteiligt war, ist auch zuversichtlich, zügelt ihre Freude jedoch noch etwas: "Ich werde Luftsprünge machen", kündigt sie für den Fall des Erhalts der Wiese an.

(NGZ)