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Rommerskirchen: Kölsche Tön' im Kaffeehaus

Rommerskirchen : Kölsche Tön' im Kaffeehaus

Vor einem Jahr hat Georgia Charalambidou das Ansteler Kaffeehaus von dessen Gründerin Maria Migkou übernommen. Für ein volles Haus sorgt das Kulturprogramm – vor allem, wenn "Kölsches" im Angebot ist.

Wer bei "Kölschen Chansons" vornehmlich an den Karneval denkt, ist bei Gaby Koof schief gewickelt: Natürlich steht sie dem alles andere als ablehnend gegenüber, doch mit ihren Chansons geht sie eigene Wege. "Von der Liebe, vom Älterwerden, von der Familie, die auch nicht immer einfach ist", erzählte sie jetzt – von Wolfgang Jaegers am Akkordeon begleitet – im Ansteler Kaffeehaus. Im Tango "Scheibenkleister" rückt sie den Tücken des Alterns zu Leibe, während "Dä Pitter" dem Typus des Nervtöters gewidmet ist, der in jeder geselligen Runde das fünfte Rad am Wagen bildet. "Op Kölsch" umfrisiert wird das "kleine Glück" der Comedian Harmonists ebenso wie Zarah Leanders "Dovon jehr de Welt nit unger".

Mit dem Auftritt der Kölner Künstlerin hat Kaffeehaus-Betreiberin Georgia Lambidou erneut den Nerv des Publikums getroffen: Das Label "Kölsch" zieht die Besucher offensichtlich en masse an. Nach der Lesung von Mundart-Dichterin Elfi Steickmann sorgten auch Gaby Koof und Wolfgang Jaegers für ein restlos gefülltes Kaffeehaus. Dass es sich dabei um den ersten Jahrestag der Geschäftsübernahme durch Georgia Lambidou handelte, ist dieser im täglichen Stress fast völlig entgangen: "Viel Arbeit" hat das vergangene Jahr mit sich gebracht, wobei sich die 45-Jährige manches doch etwas einfacher vorgestellt hätte.

"Was uns fehlt, ist die Laufkundschaft", sagt Georgia Charalambidou, die über mehr als 15 Jahre Berufserfahrung in der Gastronomie verfügt und zuletzt das Restaurant in der Kaiser-Friedrich-Halle in Mönchengladbach geführt hat. "Den größten Teil der Arbeit muss ich selbst erledigen", erzählt die Inhaberin des Kaffeehauses. Das von dessen Gründerin Maria Migkou übernommene Team musste sie denn auch deutlich verkleinern.

"Ich habe selten so viele nette Gäste erlebt, aber es gibt auch welche, die etwas auf Abstand gegangen sind", beschreibt Georgia Charalambidou ihre Erfahrungen. Dass Stammkunden wegblieben, mag durchaus mit dem vor einem Jahr blitzartig vollzogenen Besitzerwechsel zu tun haben, vermutet sie. Unverkennbar ist jedoch eine gewisse Trendwende: "So langsam hat man uns akzeptiert."

Das zuletzt wieder so erfolgreiche Kulturprogramm wird auch 2012 fortgesetzt. Eine Open-Air-Veranstaltung im Sommer schwebt Georgia Charalambidou ebenso vor wie ein italienischer Abend oder auch ein Jazz-Frühschoppen. Nicht ungefeiert bleiben soll der fünfte "Geburtstag" des Ansteler Kaffeehauses, das Maria Migkou Ende April 2007 eröffnet hatte.

(NGZ)