Rommerskirchen: Kritik kann Netto nicht stoppen

Rommerskirchen : Kritik kann Netto nicht stoppen

Am Dienstag kommender Woche soll der neue Netto-Markt am Steinbrink öffnen. Die Klage von Frank Neunzig, dem Eigentümer des Nachbarhauses ist noch nicht entschieden. Er fordert mehr Schallschutz für seine Mieter.

Noch vor einigen Wochen schien es, als dümpele der Bau des Netto-Markts am Steinbrink vor sich hin. Dass es noch vor Weihnachten mit der Eröffnung klappen würde, schien fraglich. Nun sind die Bauarbeiten weit fortgeschritten, steht einem Start nichts mehr im Wege. Den soll es am Dienstag, 6. Dezember, geben, nachdem vorige Woche die nötige Zufahrt von der Bahnstraße angelegt worden ist.

Der Markt wird mit einer Verkaufsfläche von knapp 800 Metern fast doppelt so groß sein wie die im Januar geschlossene Netto-Dependance wenige hundert Meter weiter. Wenig glücklich damit ist Frank Neunzig, dem das angrenzende Mietshaus am Steinbrink 1 gehört: Er klagt beim Verwaltungsgericht Düsseldorf gegen die vom Rhein-Kreis erteilte Baugenehmigung. Die Klage ist noch nicht entschieden.

"Mein Stand ist, dass die nicht öffnen dürfen, bevor die Schallschutzwand errichtet ist" sagt Neunzig. Eine solche Wand wird in der Baugenehmigung gefordert, doch "dient sie dem Schutz der Nachbarn am Steinbrink 4, nicht dem des Hauses von Herrn Neunzig", wie Jürgen Wenning von der unteren Bauaufsicht des Rhein-Kreises sagt. Ein Schallschutzgutachten sei Bestandteil der Baugenehmigung, wobei der Kreis den Schallschutz "für ausreichend" hält, "denn sonst hätten wir die Genehmigung nicht erteilt", so Wenning, demzufolge die Bauabnahme noch aussteht.

Frank Neunzig möchte mit Blick auf die Terrasse einen Schallschutz auch für sein Haus: "Sollte hier keine Wand hinkommen, könnten die Besucher des Netto-Markts über die Terrasse dorthin gelangen. Die Privatsphäre meiner Mieter wäre erheblich gestört."

Sauer ist er über die Handhabung des Projekts durch Behörden und Baufirmen: "Meine Mieter stehen seit Monaten unter Belästigung von Dreck, Staub und Lärm." Neunzig zweifelt, dass bei dem Bau alle Vorschriften eingehalten worden seien: Sowohl an Wochenende als auch an Feiertagen sei gearbeitet worden. "Aber weder die Gemeinde, noch die Abrissfirma, noch die jetzigen Baufirmen sind auf die Idee gekommen, sich mit den Anwohnern zu arrangieren. Ein Blumenstrauß oder eine Waschkarte fürs Auto wären ja mal eine nette Idee gewesen", sagt er.

Skeptisch sieht auch Fred Meurer, der Geschäftsführer des Center am Park (CaP) der Eröffnung entgegen: "Es ist fraglich, ob das rechtens ist." Er mag nicht so recht glauben, dass tatsächlich alle Auflagen erfüllt worden sind.

(NGZ)
Mehr von RP ONLINE