Rommerskirchen: Fans pilgern zum Lichter-Trödel

Rommerskirchen : Fans pilgern zum Lichter-Trödel

Noch bis Mittwoch läuft der Trödelmarkt in Horst Lichters Oldiethek an der B 477. Seit 1991 war sie das "Hauptquartier" des Fernsehkochs, der am Sonntag von Fans umlagert wurde, die auch weite Anreisen nicht scheuten.

Fast war es wie in den ganz großen Zeiten von Horst Lichters Oldiethek: Parkende Autos säumten die B 477, rund um das einstige Domizil des TV- Kochs wimmelte es nur so von Menschen.

Aus München und Hamburg waren sie angereist, um Lichter letztmals in seiner Oldiethek live zu erleben. "Es tut weh, ich habe schon ein paar Mal geweint", beschreibt Horst Lichter seine Gemütslage wenige Stunden nach Beginn des Ausverkaufs seiner Raritäten und "Schätzchen", die er über Jahrzehnte gesammelt hat.

Schon zwei Stunden vor dem offiziellen Start um 9 Uhr standen die ersten Lichter-Fans vor der Tür, um auch ja nicht zu spät zu kommen. Eine von ihnen war Heidi Backes. Vor kurzem ist sie 60 Jahre alt geworden, ihr größter Geburtstagswunsch, ihrem Lieblingskoch einmal vis-a-vis eine Schachtel des von ihm so geliebten Nougat überreichen zu können, erfüllte sich am Mittag.

Knapp 300 Kilometer war Heidi Backes dafür aus dem saarländischen Oberthal angereist. Etwas kürzer war die Anreise für Stefanie und Birgit Schmitz aus Lohmar: "Unser Bruder hat hier oft Kaffee getrunken und uns den Tipp gegeben", erzählt Stefanie Schmitz.

Ebenso wie ihre Schwester war sie erstmals in der Oldiethek – gekauft hat sie unter anderem einen Holzindianer. Einen echten Formel 1- Reifen erstanden hat Rolf Hoppe, früherer NGZ-Redakteur und begeisterter Motorsportfan. Die Rommerskirchener Autorin Sigrid Konopatzki hingegen begab sich auf die Suche nach einer Kaffeekanne.

Horst Lichter verbrachte den größten Teil des Tages damit, Autogramme zu schreiben und für Erinnerungsfotos zu posieren. Sollten nach Abschluss des noch bis Mittwoch laufenden Trödelmarkts noch Teile des Interieurs übrig sein, will er sie einlagern: "Ich besitze ja hier schon seit 30 Jahren eine Scheune", erzählt Lichter.

Seine Oldiethek hat er kürzlich an einen Düsseldorfer verkauft: Der will das Gelände privat nutzen und auch hier wohnen, verrät der Fernsehstar. Den Erlös des Trödelmarkts wird Horst Lichter zu einem Großteil für einen sozialen Zweck spenden.

Diesmal allerdings nicht der Rommerskirchener Tafel: Nachdem er dieser bereits vor einigen Monaten 111 000 Euro aus der ZDF-Show "Rette die Million" zur Verfügung gestellt hatte, kamen kürzlich noch einmal 3000 Euro hinzu, die er beim "NRW-Duell" des WDR gewonnen hatte.

In seinem neuen Wohnwort Badenweiler, südlich von Freiburg, hat der Rheinländer schnell neue Freunde gefunden: Rolf Röhl und Roland Zimmermann haben binnen gerade mal vier Monaten federführend den Umbau von Lichters neuem Haus bewerkstelligt.

(NGZ/jco)
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