Rommerskirchen: Brücken über Bahndamm sollen bleiben

Rommerskirchen : Brücken über Bahndamm sollen bleiben

Ein Abriss der Bahndammbrücken in Hoeningen und Ramrath würde mit 270 000 Euro die von der Bahn geleistete Abstandszahlung übertreffen. Nun sollen die Brücke bleiben. Alternative Wegstrecken für die Landwirte hat jetzt der Landschaftsbeirat gebilligt.

Als die Gemeinde vor gut einem Jahr das Eckumer Bahnhofsgelände kaufen konnte, enthielt das von der Bahn geschnürte "Paket" unter anderem auch fünf Bahndammbrücken, darunter die in Hoeningen und Ramrath. Die Bahn hatte wenig für ihren Erhalt getan, bezahlte jedoch immerhin einen Gutachter, der den Abriss der maroden Bauwerke empfahl: Die sind gut 100 Jahre alt und haben unter dem Traktor- und Lastwagenverkehr der vergangenen Jahrzehnte gelitten. Ausgerichtet sind sie nämlich nur auf eine Traglast von 16 Tonnen.

"Damals gab es halt vorwiegend Pferdefuhrwerke", sagt Bürgermeister Albert Glöckner. Völlig unerwartet entzündete sich hieran im Frühjahr die hitzigste Ratsdebatte der laufenden Wahlperiode. In einer Kampfabstimmung fand sich eine Mehrheit für den Abriss der Brücken in Hoeningen und Ramrath, den es nun wohl doch nicht geben wird. Zu teuer, befinden jedenfalls unisono Albert Glöckner und Kämmerer Hermann Schnitzler. Die schon bei anderen Brücken gemachte Erfahrung bestätigte sich erneut: Die tatsächlich entstehenden Kosten würden deutlich höher liegen als bei der Ausschreibung angenommen.

Der Abriss der Brücke "Zur Mühle" würde statt der erwarteten 70 000 stolze 135 000 Euro kosten, in Ramrath sieht es ähnlich aus. Die von der Bahn geleistete Abstandszahlung für alle Brücken beträgt nur 243 000 Euro, und "mit eigenem Geld wollen wir da nicht rangehen", begründet Glöckner den Kurswechsel in der Brückenfrage. Die Bauwerke bleiben — wie die Sperrung, die für die Landwirtschaft und den Zulieferverkehr für eine außerhalb Hoeningens liegende Gärtnerei gilt. Womit sich die Frage nach Alternativrouten stellte, das dadurch verschärft wurde, dass der Bahndamm und sein Umfeld unter Landschaftsschutz stehen.

In dieser Woche nun hat der Landschaftsbeirat grünes Licht für eine Lösung gegeben, die zumindest zum Teil schon praktiziert wurde. Ein von der Landwirtschaft de facto seit langem genutzter Weg, der die Überquerung der Hoeninger Brücke vermeidet, wird nun "legalisiert" und ausgebaut. Zu einem Kuriosum kommt es in Ramrath. Der hier ins Auge gefasste Weg liegt auf Grevenbroicher Stadtgebiet.

Die Nachbarkommune sieht sich angesichts ihres Nothaushalts außerstande, ihn herzurichten, so dass Rommerskirchen nun einen Grevenbroicher Wirtschaftsweg bauen wird. Das letzte Wort in der "Brückenfrage" hat im Dezember der Rat. Bürgermeister und Kämmerer sind zuversichtlich, dass das Kostenargument auch die Abriss- Befürworter überzeugen wird.

(NGZ)
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