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Rommerskirchen: Judoka die erfolgreichste Sportlerin des TVR

Rommerskirchen : Judoka die erfolgreichste Sportlerin des TVR

Die Nettesheimerin Hanna Hufschmidt hat jetzt bei der Deutschen Meisterschaft im Kata-Judo einen dritten Platz belegt.

Eigentlich setzt der Turnverein Rommerskirchen (TVR) ganz entschieden auf den Breitensport. Das muss jedoch nicht heißen, dass es nicht auch "Ausreißer" nach oben geben kann. Hanna Hufschmidt, Übungsleiterin und Trainerin der Judoabteilung des TVR, ist eine solche Ausnahme: Sie belegte jetzt bei der Deutschen Judo-Meisterschaft in Erlangen den dritten Platz.

Gemeinsam mit Sebastian Bergmann ist die 24-Jährige in der Judo-Spezialdisziplin Katame-no-kata angetreten. "Dabei geht es um eine Abfolge von Haltegriffen, Hebeln und Würgern am Boden, die mit größtmöglicher Präzision demonstriert werden müssen", erläutert Hufschmidt. Bei den Deutschen Meisterschaften sind sie und Sebastian Bergmann inzwischen schon fast Stammgäste: Seit sie sich 2012 auf Kata-Judo verlegt haben, konnten sie sich nach einem fünften und einem vierten Platz kontinuierlich bis zum nun erstmals errungenen Medaillenrang steigern. Angesichts der bei mehreren internationalen Turnieren gezeigten Leistungen hatte der Deutsche Judo-Bund das Paar kürzlich erstmals für die Kata-Europameisterschaft in Italien nominiert. Mit dem bei der Premiere errungenen neunten Platz sind die beiden sehr zufrieden. "Wir hoffen, dass wir 2015 wieder nominiert werden", sagt Hanna Hufschmidt. Immerhin dürfen aus Deutschland nur zwei Paare benannt werden.

Um national wie international mithalten zu können, ist kontinuierliches Training nötig. Zwei Mal wöchentlich trainieren Hanna Hufschmidt und Sebastian Bergmann (27) gemeinsam bis zu jeweils zwei Stunden. "Manchmal bin ich bis zu sieben Tagen auf der Matte", erzählt die junge Frau, die in Düsseldorf wie in Kaarst trainiert. In Nettesheim aufgewachsen, lebt sie inzwischen in Düsseldorf. Ihr Studium hat sie inzwischen abgeschlossen, derzeit ist Hanna Hufschmidt Lehramtsanwärterin an einer Förderschule für geistige Entwicklung in Mönchengladbach. Auch Sebastian Bergmann ist Lehrer: Er hat ein Studium für Haupt-, Real- und Gesamtschulen absolviert. Hufschmidt war fünf Jahre alt, als ihre Mutter sie erstmals zum Judotraining beim TVR mitnahm. Seither ist sie dem Verein treu geblieben. Seit etlichen Jahren gibt sie ihr Wissen an die Kleinsten wieder, engagiert sich im Wettkampfbereich und gibt Lehrgänge zur Prüfungsvorbereitung im Judo-Kreis Düsseldorf. "Zeit für andere Hobbys bleibt da nicht", sagtdie Athletin.

"Wir sind sehr stolz auf Hanna Hufschmidt. Sie ist die erfolgreichste Sportlerin, die wir im Turnverein je hatten", sagt TVR-Vorsitzender Günter Debets. Auf Hufschmidt und Bergmann warten noch wichtige Wettkämpfe. Im August geht es zu den Nordic Open nach Göteborg. Danach steht das Dieter-Born-Gedächtnisturnier in Bonn an, bei dem die beiden 2013 den Preis als bestes Nachwuchspaar gewinnen konnten. So groß der Aufwand auch ist, mit dem sie ihren Sport betreiben, Profis sind sie nicht. "Der Verband zahlt nur das Startgeld. Alle anderen Kosten müssen wir selbst tragen."

(NGZ)