Rommerskirchen: "Protest-Profis" steuern Konverter-Widerstand

Rommerskirchen: "Protest-Profis" steuern Konverter-Widerstand

Die Bürgerinitiative, die einen Konverter auf dem Gebiet der Gemeinde ablehnt, soll parteipolitisch unabhängig bleiben, sagen die Initiatoren.

Seit vor zwei Wochen bekannt wurde, dass die Firma Amprion mögliche Konverter-Standorte in der Gemeinde in die engere Wahl genommen hat, formiert sich der Widerstand. Nötig ist ein solcher Konverter für die 340 Kilometer lange Gleichstromverbindung zwischen Osterath und Philippsburg, die Amprion und die Firma Transnet planen. Dass es nötig ist, ihn in der Gemeinde zu errichten, bestreiten Vizebürgermeisterin Maria Peiffer, Peter Mertens, Walter Giesen und René Kühlwetter indes heftig.

Unter dem Motto "Kein Konverter in Rommerskirchen" haben sie für den morgigen Donnerstag, 3. Juli, eine Bürgerversammlung organisiert. Die beginnt um 19.30 Uhr in der Evinghovener Gaststätte Schmitz an der Widdeshovener Straße und wird hochkarätig besetzt sein: Neben Bürgermeister Martin Mertens, seinem Dormagener Kollegen Erik Lierenfeld und dem SPD-Landtagsabgeordneten Rainer Thiel sind auch Vertreter von Amprion, der Bundesnetzagentur sowie der sich gegen einen Konverter engagierenden Bürgerinitiative aus Osterath dabei. Dass die Organisation so schnell vonstatten ging, liegt nicht zuletzt daran, dass mit Peter Mertens und Walter Giesen zwei "Veteranen" aus zahlreichen Bürgerinititativen im Boot sind. "Ich wohne seit 1979 in Evinghoven und bin 1980 der ersten Bürgerinitiative beigetreten", sagt Peter Mertens. Damals ging es gegen die Kraftwerkerweiterung in Neurath und Frimmersdorf, in den 1980er Jahren um die Verhinderung eines Atomreaktors in der Region und 1993 gegen die damals in Neurath geplante Müllverbrennungsanlage. Womit beileibe nicht alle Initiativen genannt sind, in denen sich der Vater des heutigen Bürgermeisters engagierte.

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Walter Giesen rief 2001 die "Interessengemeinschaft Fliederweg" ins Leben, die nicht minder erfolgreich agierte als die Initiativen gegen die genannten Großprojekte: Dort, wo eigentlich der von Giesen und vielen Bürgern bekämpfte, verlängerte Fliederweg hätte verlaufen sollen, liegt heute der Frixheimer "Sparkassen-Spielplatz". Gemeinsam zählten Giesen und Mertens 1999 zu den Chef-Strategen des überaus erfolgreichen Wahlkampfs der UWG, die beide zeitweise auch im Rat vertraten. Ebenso wie Maria Peiffer und René Kühlwetter sind sie sich einig, dass die von ihnen gegründete Initiative von Parteien unabhängig bleiben sollte. Parteipolitische Regieanweisungen dürften in der Tat auf taube Ohren stoßen, wie die politische Vita von Mertens und Giesen zur Genüge bewiesen hat. Die vier Sprecher repräsentieren ein buntes Spektrum: Während der seit etlichen Jahren parteilose Peter Mertens im Wahlkampf noch einmal für die UWG angetreten ist, gehört Walter Giesen inzwischen der CDU an. Maria Peiffer ist als SPD-Politikerin seit Jahrzehnten in der Gemeinde bekannt und René Kühlwetter spielte im Wahlkampf der SPD eine führende Rolle. Angesichts des von Amprion entworfenen Szenarios "ist es richtig, dass die Bürgerversammlung in Evinghoven stattfindet", sagt Mertens.

(NGZ)
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