Rommerskirchen: 400 Bürger bei Info-Treffen zu Konverter

Rommerskirchen : 400 Bürger bei Info-Treffen zu Konverter

Bei einem Informationstreffen mit Vertretern von Amprion und Bundesnetzagentur gab es nur vage Auskünfte, wie es um einen möglichen Konverter-Bau bestellt ist. Eindeutig war die Ablehnung der Bürger und der Bürgermeister.

Mit einer derartigen Resonanz hatten die Initiatoren der Bürgerinitiative "Kein Konverter in Rommerskirchen" nicht gerechnet. Nicht nur der Saal der Gaststätte Schmitz war proppevoll, der "Rückstau" reichte bis auf die Widdeshovener Straße. Knapp 400 Menschen, vor allem aus Rommerskirchen und Dormagen, hatten sich zur Bürgerversammlung eingefunden, 120 bekundeten per Unterschrift ihr Interesse, die von Vizebürgermeisterin Maria Peiffer, Peter Mertens, Walter Giesen und René Kühlwetter gegründete Initiative zu unterstützen.

Die Vertreter der Firma Amprion und der Bundesnetzagentur als Genehmigungsbehörde hatten einen schweren Stand: Sämtliche Wortmeldungen wendeten sich gegen die Errichtung eines Konverters auf Gemeindegebiet - generell in der Nähe von Wohnsiedlungen. Amprion hatte am 17. Juni eine Liste potenzieller Standorte veröffentlicht, wobei zwei der sechs besonders geeigneten Gebiete in Gohr/Rommerskirchen und bei Evinghoven liegen. Eine Entscheidung werde nicht vor Jahresende fallen, machte Amprion-Projektsprecherin Joelle Bouillon deutlich.

Inzwischen stünden auch die Termine mit allen potenziell betroffenen Städten und Gemeinden fest, teilte sie mit. Nicht allein Bürgermeister Martin Mertens hatte sich beklagt, dass es überhaupt keinen Kontakt zu den Kommunen gegeben hätte. Mertens, sein Dormagener Amtskollege Erik Lierenfeld und der SPD-Landtagsabgeordnete Rainer Thiel, der keinen der bisher vorgestellten Standorte für überzeugend hält, verwiesen auf ein Treffen der Bürgermeister mit Landrat Hans-Jürgen Petrauschke, bei dem es kommende Woche auch um etwaige Alternativstandorte gehen soll. "Wir wollen keinen Standort, bei dem die Bevölkerung so deutlich betroffen ist", betonte Lierenfeld: "Der Mensch muss vor wirtschaftlichen Interessen stehen." Mertens wies auf offensichtliche Fehler hin: "Das Verfahren ist nicht transparent genug. Wir werden einen besseren Standort finden."

Für 2015 ist das Genehmigungsverfahren geplant, bei dem auch die Bundesnetzagentur offiziell im Boot ist. Bouillon räumte Fehler bei den bisherigen Planungen ein: "Es ist alles noch vage, weil wir nicht alle Antworten haben, um einen Antrag zu stellen." Aktuell befinde sich alles "in einem frühen Stadium vor dem formellen Verfahren. Wir haben noch keinen Antrag", erklärte Simon Bannenberg von der Bundesnetzagentur. Bis Ende 2014 könnten auch Bürger Alternativvorschläge machen, so Bouillon.

An Argumenten gegen einen Konverter, so auch die hohe Belastung der Gemeinde durch umliegende Industrie, herrschte kein Mangel. Walter Giesen hat sich behördlicherseits versichern lassen, dass es dort Feldhamster geben könnte. Die sind bekanntlich geschützt und haben die Verlegung der Trasse für die B 477n erzwungen. Der Kritik, dass es keine Infos über Gesundheitsgefahren gebe, hielt Thorsten Mikschaitis, Amprion-Projektsleiter Stationsbau, entgegen, dass "wir die Grenzwerte einhalten." Die in der Gillbachregion besonders schützenwerten Böden seien "ein gestalterisches Hindernis", räumt er ein. Errichtet werden solle der Konverter so weit weg wie möglich von der Wohnbebauung", versicherte Bouillon.

(S.M.)
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