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Rommerskirchen: Schach kann zu besseren Noten führen

Rommerskirchen : Schach kann zu besseren Noten führen

Schach erlebt seiner pädagogischen Vorzüge wegen einen regelrechten Boom an deutschen Schulen. In der Gemeinde Rommerskirchen hat sich das "königliche Spiel" an allen drei Grundschulen etabliert. Der Wunsch: ein Schachverein.

Längst ist es für viele Kinder der traditionell Abschluss des Schuljahrs: In Frixheim kamen auch diesmal wieder gut 60 Jungen und Mädchen zusammen, um den Schach-Champion der drei Grundschulen zu ermitteln. Mehrere Stunden lang haben sie wieder über den Brettern mit ihren 64 Feldern gebrütet und dabei ein gehöriges Maß an Konzentration an den Tag gelegt. Schach in Schulen erlebt schon seit etlichen Jahren einen regelrechten Boom. Eigentlich handelt es sich bei dem königlichen Spiel auch um angewandte Mathematik: Wer wissen will, wie es materiell um seine Siegeschancen bestellt ist, muss rechnen - und das in der Regel nicht zu knapp. Bundesweit gibt es längst Grundschulen, in denen Schach reguläres Schulfach ist. Soweit mögen die drei Rommerskirchener Grundschulen nicht gehen, doch längst hat sich das Spiel bei ihnen fest etabliert. "Die Eltern erwarten inzwischen auch solch anspruchsvolle Angebote wie Schach", sagt Elke Lorleberg, die Leiterin der Gillbachgrundschule.

Dort existiert seit 2007 eine Schach-Arbeitsgemeinschaft, wobei es seither "keine Nachwuchsprobleme gibt", so die Schulleiterin. Betreut werden die Kinder in Rommerskirchen von Irmtraud Schwedler, die mit ihren Schützlingen auch diesmal gehörig mitfieberte, wobei ihr zuweilen auch die Haare zu Berge standen: "Sie übersehen einfach zu viele Chancen", ärgerte sich die Trainerin über leicht verschenkte Partien der insgesamt 16 Kinder, die von der Gillbachschule mitwirkten. Immerhin seien "die Erfahrungen wichtig, die man bei diesem Turnier machen kann", sagt sie. Die Aufsicht führenden Lehrer und Eltern mussten bei dem Turnier hier und da auch mal nachdrücklich um Ruhe bei denjenigen bitten, die ihre Partien beendet hatten. Die noch aktiven Spieler indes blieben in aller Regel aufmerksam, bis die 15 Minuten dauernden Schnellpartien auch wirklich entschieden waren.

Unbestrittene Hochburg des Schulschachs in der Gemeinde ist nach wie vor die Gemeinschaftsgrundschule in Frixheim. Dort hat Herbert E. Müller 2005 das Schachspiel heimisch gemacht und auch bis 2010 selbst unterrichte. Seither ist Michael Kemper für die Schach AG tätig. Der für Bayer Dormagen zuletzt in der Verbandsliga aktive Spieler vermittelt den Kinder solide Grundlagen, wobei der Spaß am Spiel nicht zu kurz kommen soll. Auf ausgefeilte Eröffnungstricks verzichtet er bewusst. Auch für ihn steht der pädagogische Nutzen ganz obenan: "Schach fördert neben dem logischen und räumlichen Denken nicht zuletzt die Konzentrationsfähigkeit", erzählt er. Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass Schach auch zu besseren Noten führen kann. Was Kemper zufolge nicht allein für Mathematik, sondern auch für Deutsch gilt.

Michele Calandriello, Coach der Schach AG an der Hoeninger Kastanienschule, möchte gerne einen Schritt weiter gehen. Für ihn ist es angesichts der Vielzahl von aktiven Kindern in jedem Fall eine Überlegung wert, auch in Rommerskirchen endlich einen Schachklub zu gründen. "Der Nachwuchs ist ja vorhanden."

(NGZ)