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Rommerskirchen: Hälfte der Viertklässler geht zum Gymnasium

Rommerskirchen : Hälfte der Viertklässler geht zum Gymnasium

Von 111 Abgängern aus den drei Grundschulen werden 55 im August Sextaner. In NRW liegt der Schnitt nur bei etwas über einem Drittel.

Von den 111 Viertklässlern, die jetzt ihre Zeugnisse erhalten haben, besuchen 55 nach den Sommerferien ein Gymnasium. Mit einem Schnitt von knapp 50 Prozent erzielt die Gemeinde damit wieder einen Spitzenwert, der deutlich über dem Landesschnitt liegt.

Einen der Gründe dafür, dass die Gemeinde Jahr für Jahr mit derart guten Zahlen aufwarten kann, sieht Astrid Kleine in ihrer Überschaubarkeit: "Eine kleine Gemeinde kann es sich leisten, die Schulen derart gut zu bestücken", sagt die Leiterin der Frixheimer Gemeinschaftsgrundschule. "Es gibt hier gute Bedingungen, viele Freiflächen, und jede Schule ist hervorragend ausgestattet", beschreibt Kleine die Schullandschaft in der Gemeinde. Hinzu komme "ein großes Engagement aller Beteiligten", was gleichermaßen für die Gemeinde als Schulträger, das Schulamt, die Lehrer wie die Eltern gelte.

Frixheimer Schüler wechseln mehrheitlich zu einem der Gymnasien in Dormagen. Exemplarisch hierfür ist Koray Batmaz, der am Samstag seinen zehnten Geburtstag feiert. Er besucht nach den Ferien das Leibniz-Gymnasium in Hackenbroich. Sein Bruder ist dort schon seit einigen Jahren Schüler "und viele aus meiner Klasse gehen dorthin", sagt der Butzheimer. Mathe und Sport sind seine Lieblingsfächer. Demnächst wird er mit American Football beginnen, bei den "Neuss Frogs".

Natürlich hat sich Koray seine neue Schule vor seiner Entscheidung angesehen, was gleichermaßen für die ebenfalls in Butzheim wohnende Clara Mainz gilt. Sie allerdings wechselt nach den Ferien zum Erasmus-Gymnasium nach Grevenbroich. Ein wichtiger Grund für ihre Entscheidung: "Meine Mutter gibt Klavierunterricht und fast alle, die bei ihr Unterricht haben, sind von der Schule begeistert", erzählt die Zehnjährige. Musik und Kunst waren bisher ihre Favoriten, "eigentlich mag ich aber alle Fächer", sagt sie. Auch sie zählt zu den Klavierschülerinnen ihrer Mutter und lernt überdies Geigespielen. Zum Tanzen fährt sie nach Neuss.

Die 36 Kinder, die heute letztmals zur Frixheimer Grundschule gehen, konnten unter pädagogisch idealen Bedingungen in zwei Klassen unterrichtet werden. Im kommenden Schuljahr sieht dies anders aus: Mit nur 27 Erstklässlern darf nur eine Eingangsklasse gebildet werden. Erst ab 30 Schülern sind zwei Klassen erlaubt. Die schulpolitischen Änderungen in den Nachbarstädten haben zu deutlichen Änderungen geführt. Unterschiedliche Erfahrungen gibt es mit den Gesamtschulen. "Es hat nur wenige Ablehnungen gegeben, weniger als in den letzten Jahren", sagt Astrid Kleine. Ihre Kollegin Gabriele Domhof von der Hoeninger Kastanienschule bestätigt dies. Anders sieht es an der Gillbachschule aus: Insbesondere Kinder mit eingeschränkter Realschulempfehlung seien von den Gesamtschulen abgelehnt worden, sagt Schulleiterin Elke Lorleberg. Die meisten werden jetzt die Dietrich-Uhlhorn-Realschule in Wevelinghoven besuchen.

(S.M.)