Rommerskirchen: Das sind die neuen Tafel-Räume

Rommerskirchen : Das sind die neuen Tafel-Räume

Die offizielle Eröffnung des neuen Tafel-Domizils an der Eckumer Bahnstraße zog gestern Nachmittag zahlreiche Bürger an. Pfarrer Thomas Spitzer würdigte die Arbeit der Ehrenamtler als "praktizierte Nächstenliebe".

Nein, bei der offiziellen Eröffnung des neuen Tafel-Domizils war Horst Lichter gestern nicht dabei. Auch seinen 50. Geburtstag wird der TV-Koch am Sonntag definitiv nicht in Rommerskirchen feiern, wie seine Mutter gestern versicherte: Margret Lichter nimmt es mit einem gewissen Fatalismus, erst auf ihren berühmten Sohn angesprochen zu werden. Was gestern sicher seine Berechtigung hatte, denn ohne die beiden Spenden von Horst Lichter in Höhe von 111 000 Euro hätte die Rommerskirchener Tafel nicht von der Kastanienallee in die ehemalige Eckumer Sparkassenfiliale umziehen können.

Foto: s. büntig

Seit Ende November werden dort bereits Kleider und Lebensmittel ausgegeben — gestern feierten die erst am Sonntag mit der Ehrengabe der Gemeinde ausgezeichneten Tafel-Mitarbeiter mit vielen Gästen die offizielle Eröffnung: Begeistert zeigte sich die Vorsitzende Heidrun Zellekens von der großen Resonanz. Peter-Josef Plück und Frank Eichinger spendeten einen Teil des Erlöses aus der Adventsfeier der St.-Sebastianus-Bruderschaft. Ebenso hielten es Josef Strauch und Peter Peiffer von den Gillbachmusikanten: Die spielen alljährlich an Heiligabend in Widdeshoven, Hoeningen und Ramrath und stellten gestern wie 2011 den dabei erzielten Betrag der Tafel zur Verfügung.

Überaus angetan zeigten sich die Besucher von der hellen und freundlichen Atmosphäre: Auf 300 Quadratmetern Fläche ist ein veritabler Geschäftsraum entstanden — kein Vergleich mit dem ehemaligen Verwaltungsgebäude, in dem die Mitarbeiter vor Kälte bibberten.

Was Heidrun Zellekens besonders freut: Immer mal wieder aufflackernde Anfeindungen gegen die Tafel sind seit längerer Zeit völlig verstummt. Von einem "Beispiel praktischer Nächstenliebe" sprach Pfarrer Thomas Spitzer von der evangelischen Gemeinde: "Wir haben von Anfang an gesagt, dass wir die Tafel unterstützen, wo wir können." Für Bürgermeister Albert Glöckner ist die Tafel aus Rommerskirchen längst "nicht mehr wegzudenken.

Das gesamte Team leistet hervorragende Arbeit." Bestens entwickelt hat sich die Zusammenarbeit mit Schulen und Kindergärten: Brigitte Kloße, Leiterin der Frixheimer "Pusteblume", sowie Monika Bayer-Kiel vom offenen Ganztag der dortigen Grundschule wollen die Kooperation intensivieren: Gesellschaftsspiele oder Bücher gehen an die Tafel, und diese liefert zu viel angeliefertes Obst, das sonst vom Verfall bedroht wäre.

Mit Blick auf die "fünfte Jahreszeit" will Margret Lichter das Angebot ihrer "Boutique" erweitern: Die Chefin der Kleiderkammer sucht "gut erhaltene Karnevalskostüme für Jung und Alt".

(NGZ)