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Rommerskirchen: Horst Lichter – ein Film zum 50.

Rommerskirchen : Horst Lichter – ein Film zum 50.

Am Sonntag wird Fernseh-Koch Horst Lichter 50 Jahre alt. Der gebürtige Nettesheimer, der seit knapp einem Jahr im Schwarzwald lebt, blickt für einen TV-Film, der heute gezeigt wird, auf seine Zeit in Rommerskirchen zurück.

Rommerskirchen/Schwarzwald Der Schnurrbarrt zittert in der Fönluft, wird liebevoll mit Gel in seine charakteristische Form gezupft. Der TV-Koch Horst Lichter, der in Nettesheim geboren wurde, lässt die Fernsehzuschauer an seinem Schnäuzer-Styling teilhaben. In der Dokumentation "Horst Lichter — Zwei Leben" (WDR heute ab 21 Uhr) verrät er, warum er sich für den charakteristischen, nach oben gebogenen Schnurrbart entschieden hat: Als Bodybuilder wollte er so stark sein wie Arnold Schwarzenegger — da hatte er die Jahrmarkt-Gewichtheber plastisch vor Augen, abgebildet auf einem Bier-Humpen: "Und die hatten doch alle so schöne Schurrbärte", sagt Lichter.

Am Sonntag wird Horst Lichter 50 Jahre alt — Anlass für Gisbert Baltes und Uwe Knak, mit ihm an die Schauplätze seiner Kindheit und frühen Erwachsenenzeit in und um Rommerskirchen zurückzukehren. Der Zuschauer erfährt in dem einfühlsamen Porträt viel über Horst Lichter ("Er hat viel von der Mutter, auch den Humor") — und über seine alte Heimat ("Kirchtürme und Kühltürme prägen die Landschaft zwischen Köln und Düsseldorf"). In das Kraftwerk Niederaußem, in dem er zehn Jahre in Wechselschicht Briketts gepresst hat, begleitet die Kamera Horst Lichter bei einem Wiedersehen mit einem alten Kumpel. Geprägt, aber nicht zerstört, hat Lichter der Tod seines ersten Kindes und finanzielle Not: "Aufgeben gab es nicht — so bin ich erzogen worden." Lichter arbeitet zusätzlich auf einem Kölner Schrottplatz und bekennt heute: "Damals habe ich immer behauptet, dass jeder Mensch, der mehr als drei Stunden schläft, faul ist." Diese Belastung forderte ihren Tribut: Lichter berichtet, wie er nach seinem ersten Gehirnschlag mit 26 Jahren und seinem zweiten mit Herzinfarkt zwei Jahre später sich überlegt hat: "Jetzt möchte ich mein Leben spüren!"

Passend zu seinem liebsten Hobby, den Oldtimern, machte der gelernte Koch 1990 die "Oldiethek" in Butzheim auf, bei der er inmitten von Antiquitäten seine Gäste bekochte und mit lustigen Sprüchen unterhielt. Seit 1999 wirbelt er in Fernseh-Kochshows mit seinem rheinischen Humor alles durcheinander und bringt die Leute mit seinem Bühnenprogramm zum Lachen. Als er sich nun nach 22 Jahren wegen seines Umzugs in den Schwarzwald vom ihm ans Herz gewachsenen Inventar der Oldiethek trennen musste, war das schwer für ihn, wie Lichter gesteht: "Es hat mir sehr weh getan!" Nicht bereut hat er jedoch seinen Wegzug aus Rommerskirchen. Der aus Köln stammende Oldtimer-Fan Dieter Griesenbach bedeutet für Horst und seine Frau Nada Lichter — ebenso wie Rennfahrer-Legende Jochen Mass, den Lichter bei den "Classic Days" auf Schloss Dyck kennenlernte — ein Stück Familie im Schwarzwald.

(NGZ/jco)