Temporeicher Auftakt der Rheinberger Abendmusik mit Leon Immanuel Sowa

Orgelkonzert in der St.-Peter-Kirche : Temporeicher Auftakt der Rheinberger Abendmusik

Der 22-jährige Organist Leon Immanuel Sowa begeisterte mit Choralvorspielen von Johann Sebastian Bach in der St.-Peter-Kirche.

Jahr für Jahr stellt der Kirchenmusiker an St. Peter, Christoph Bartusek, im Zuge der Rheinberger Abendmusik ein abwechslungsreiches und spannendes Programm auf die Beine. In der aktuellen Saison hat er sich den „Jungen Talenten“ zugewandt, was sowohl die Frühwerke berühmter Komponisten als auch die Jugend der Interpreten, die er eingeladen hat, betrifft. Zum Auftakt dieser fünf Konzerte umfassenden Reihe stand das Orgelkonzert des erst 22-jährigen Orgelspielers Leon Immanuel Sowa.

Der junge Mann nahm bereits mit viereinhalb Jahren bei seinem Vater Klavierunterricht, war mit elf Jahren der jüngste Studierende an der Hochschule für Kirchenmusik in seiner Heimatstadt und gewann bereits diverse Preise. Das Rheinberger Konzert hatte er unter das Thema „...und immer wieder Bach“ gestellt, was sowohl Werke des Meisters selbst als auch von ihm beeinflusste Künstler umfasste.

Über welch großes Talent Sowa verfügt, konnte er gleich im „Präludium und Fuge D-Dur“ von Johann Sebastian Bach unter Beweis stellen. Im Anschluss widmete er sich Max Regers „Scherzo in fis-Moll“, einem sehr komplexen und unkonventionellem Werk. Das erste Beispiel für Bachs Choralvorspiele, die schon zu seiner Zeit als kleine Kunstwerke galten, konnten die Zuhörer bei der Choralbearbeitung „In Dir ist Freude“ hören. Sowa gelang es, die verwobenen „Stimmen“ des Instruments mit flüssigem, feierlichem Spiel zum Klingen zu bringen.

Die „7éme Saga“ des kürzlich verstorbenen Komponisten Jean Guillou bot fast schrill-abstrakte Klangkost mit einem wahren Pedalgewitter an Läufen. César Francks „Choral a-Moll“ beinhaltete mit seiner Chromatik und dem Dreiklang gerade zu Beginn Elemente von Bach. Das Werk bestach durch die präzise und sich aus der getragenen Ruhe entwickelnde Dynamik, ebenso wie durch Sowas Spieltempo. Bachs Choralbearbeitung „Nun kommt der Helden Heiland“ verschaffte einen Ruhemoment, die Sowa elegisch und mit schöner Klangkontur ausfüllte.

Mit seiner eigenen Komposition „Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser“, den dort eingebauten „Jagdsignalen“ und seinem schnellem Spiel vermochte der junge Organist zwar technisch zu überzeugen. Eine einzigartige Handschrift war aber noch nicht klar zu erkennen.

Am Ende stand mit Bachs „Toccata d-Moll“ eine der berühmtesten Orgelwerke auf dem Programm. Auch dieses Stück meisterte Sowa mit schnellem Hand- und Fußspiel sowie einem guten Gespür für die klangliche Dramatik. Mit dem Bach-Choralvorspiel „Wenn wir in höchsten Nöten seien“ als Zugabe gelang dem jungen Musiker ein würdiger Schlusspunkt.

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