Rheinberg: Henrik Freischlader & Band: Alte Schule, große Blues-Klasse

Konzert : Freischlader & Band: Alte Schule, große Blues-Klasse

Der Wuppertaler Gitarrist und Sänger Henrik Freischlader begeisterte mit seiner Band im Schwarzen Adler.

Wenn eine Band es schafft, 20 Minuten lang bei Zimmerlautstärke über ein Drei-Ton-Riff so intensiv zu improvisieren, dass nicht eine Sekunde Langeweile aufkommt und das Publikum so mucksmäuschenstill zuhört, dass man eine Gitarrensaite hätte fallen hören können – dann ist das große Kunst. Henrik Freischlader und seiner Band ist das am Wochenende gelungen. Schon mehrfach war der Wuppertaler Gitarrist und Sänger in den vergangenen elf Jahren zu Gast im Schwarzen Adler und war immer klasse. Was er jetzt dort ablieferte, toppte allerdings alles.

Mit Blues, fein mit leichtem Soul-, Rock- und Jazz-Garn verwoben, ist der erst 37-jährige Musiker einst gestartet. Genau dort ist er nach allerlei Abstechern in andere Gefilde jetzt wieder gelandet. Und das mit einer Top-Band an seiner Seite: Mit Moritz Meinschäfer (Schlagzeug), Amin Alic (Bass), Roman Babik (Keyboards) und Marco Zügner (Saxophon) gelangte der Bandleader mit der Willy-Wacker-Mütze und der tiefen Stimme ans Ziel seiner Oldschool-Träume. Was die Band ablieferte, war alte Schule im besten Sinne. Es groovte wie einst bei Albert Collins, es wurde soliert wie bei B.B. King und die Gibson-Les-Paul sang so schön, elegant und traurig wie einst bei Gary Moore.

Im Adler-Saal war es stickig wie in einer finnischen Sauna, der Saal war rappelpappelvoll. Die Musiker zauberten auf der Bühne, das Publikum dankte es mit nicht enden wollendem Applaus. Auch Helge Schneider war im Publikum. Henrik Freischlader spielt schließlich in dessen Band. Ein Zuschauer wandte sich nach dem Konzert an den berühmten Jazz-Musiker und Comedian und sagte: „Du hast den richtigen Gitarristen in deiner Band.“ Schneider widersprach nicht. Er nickte nur, als wollte er sagen: „Ich weiß.“