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Rheinberg: Bündnis 90/Die Grünen Menschen mit Handicaps stärker einbeziehen

Barrierefreiheit : Ziel: Menschen mit Handicaps stärker einbeziehen

Menschen mit einer Behinderung sind längst keine Minderheit mehr in unserer Gesellschaft. Alleine in Rheinberg haben 6300 Bürger eine geistige oder körperliche Beeinträchtigung. Grünen-Sprecher Peter Mokros möchte deren gesellschaftliche und soziale Teilhabe stärken.

Deshalb hatte er Betroffene und Interessierte zum Themenabend „Barrierefreies Leben und Wohnen“ ins Haus der Generationen eingeladen. Auf dem Podium saßen neben Mokros Wolfgang Mudersbach sowie Monika Echstenkämper. Die Behindertenbeauftragte der Stadt Rheinberg legte auch gleich den Finger in die Wunde: „Es reicht nicht aus, die Bürgersteige abzusenken, es braucht auch barrierefreie Bushaltestellen. Denn Leute mit Handicap sind auch am kulturellen Leben interessiert und das ist in Rheinberg nur schwer möglich.“

Eine Möglichkeit wäre der Einsatz von Shuttlebussen, den es laut Wolfgang Mudersbach in deutlich kleineren Kommunen längst gebe. Einen ersten Einsatzzweck machte die Grünen-Politikerin Barbara Ettwig deutlich: „Concordia Ossenberg hat ein Sportangebot für Menschen mit Behinderung. Die Bewohner eines Rheinberger Wohnheimes würden gerne daran teilnehmen, aber es gibt keinen Fahrdienst. Das ist eine Lücke in der Versorgung.“

 Monika Echstenkämper ist Schwerbehindertenbeauftragte der Stadt Rheinberg.
Monika Echstenkämper ist Schwerbehindertenbeauftragte der Stadt Rheinberg. Foto: Uwe Plien
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Angelika Lenz von der Beratungsstelle KoKoBe (Koordinierungs-, Kontakt- und Beratungsangebot für Menschen mit geistiger Behinderung) fordert Barrierefreiheit auch in der Sprache: „Wir erleben das bei Behördengängen. Menschen mit einer Behinderung verstehen oft das Amtsdeutsch nicht.“ Ein zentrales Thema war der Wunsch vieler Menschen mit Behinderung nach einer Wohnung, in der sie selbstbestimmt leben können und betreut werden. Doch barrierefreier Wohnraum ist in Rheinberg Mangelware. „Und barrierefreie kleine Wohnungen für ältere Menschen mit Beeinträchtigungen gibt es in Rheinberg nicht“, sagt Monika Echstenkämper. Mudersbach, der mehr als 40 Jahre Erfahrung im Umgang mit Menschen hat, die nur eingeschränkt am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können, nennt ein zweites Manko: „Die meisten Menschen mit einer körperlichen oder geistigen Behinderung sind Sozialhilfeempfänger, die haben es schwierig, etwas passendes zu finden.“ Das kennt auch Angelika Lenz aus ihrer täglichen Praxis im Wohnheim an der Alpener Haagstraße: „Diese Menschen bewegen sich immer am Existenzminimum. Es gibt Angebote, aber wenigsten kennen sie. Es fehlt eine Anlaufstelle, wie etwa in Ostwestfalen-Lippe. Dort decken so genannte Case-Manager ein breites Themengebiet ab, ohne den Sozialämtern angegliedert zu sein.“ Damit das große Ziel erreicht wird, gleichberechtigte Teilhabe aller Bürger herzustellen, hat die städtische Beigeordnete Rosemarie Kaltenbach zu einem Gesprächskreis eingeladen, um die Kritikpunkte zu erörtern.