Alpen: Die Geschichte über Anfänge des Ortes werden neu geschrieben

Alpener Ursprünge : Alpens erste Siedler

Nach archäologischen Funden im Neubaugebiet Alpen-Ost, wird die Ursprungsgeschichte des Ortes neu geschrieben.

 Nach überraschenden Bodenfunden im Neubaugebiet Alpen-Ost muss die Geschichte über die Ursprünge der Gemeinde Alpen neu geschrieben werden. Die Cugerner und nicht etwa die Römer waren die ersten Siedler. Den archäologischen Befund liefert jetzt ein VHS-Vortrag im Sitzungssaal des Alpener Rathauses am Mittwoch, 20. Februar, um 19.30 Uhr.

Noch im 17. Jahrhundert hat der Weseler Historiker und reformierte Prediger Ewichius (1601-1673) die Ansicht vertreten, dass Alpen seinen Ursprung in einem Lager der römischen Legion XXX Ulpia Victrix hatte. Die Auffassung aber wurde später überholt. Die moderne Geschichtswissenschaft verlässt sich vor allem auf das geschriebene Wort und führt als Geburtsjahr Alpens das Jahr 1074 an. Aus dem Jahr ist eine Schenkungsurkunde überliefert. Zwar ist leicht nachvollziehbar, dass nur dann materielle Güter verschenkt werden können, wenn diese vorher schon existiert haben. Mangels älterer überlieferter Urkunden aber wird jedoch gemeinhin dieses Datum genommen, zu dem Alpen ins Licht der geschichtlichen Aufzeichnung gerückt ist.

Während Historiker des 20. Jahrhunderts gerne das auf einer überlieferten Urkunde vorzeigbare und jahrgenaue Datum anführen, hat jedoch der Archäologe aus seinem Tätigkeitsfeld heraus eine etwas andere Sichtweise. Er liest Bodenfunde und -denkmäler in ähnlicher Form wie der Historiker das geschriebene Wort. Spätestens seit den Ausgrabungen im Neubaugebiet Alpen-Ost vor gut zwei Jahren ist die archäologische Sicht zur Altersbestimmung auch im öffentlichen Bewusstsein an die Seite der althergebrachten historischen getreten. Nun ist klar, die Geschichte des kontinuierlich genutzten Siedlungsplatzes Alpen beginnt kurz vor der Zeitenwende zur römischen Epoche.

Überraschend dabei ist die Tatsache, dass es sich bei der Keimzelle Alpens trotz der Nähe zur riesigen römischen Militärbasis in Xanten scheinbar um eine zivile Siedlung von aus dem rechtsrheinischen Germanien umgesiedelten Cugerner gehandelt hat. Die Cugerner überdauerten den römischen Bürgerkrieg und gingen später in der Kultur der Franken auf. So wurden sie zu Stammvätern Alpens.

Die Referenten Melanie Eigen und Dirk Herdemerten vom Kölner Büro Minerva X werden anhand von Bildern und Folien Grabungsergebnisse und Erkenntnisse zu den Cugernern in Alpen erläutern. Der Vortrag wird vom Gemeindearchiv unterstützt. Der Eintritt ist frei.

Mehr von RP ONLINE