Rheinberg: Inliner erobern Rheinberg

Rheinberg: Inliner erobern Rheinberg

Ein 500 Meter langer Inliner-Tross kam gestern in die Stadt und machte auf dem neuen Platz unter den Linden Mittagspause – es war die erste Station auf einer rund 240 Kilometer langen Tour.

Axel Vöhringer ist offenkundig ein Purist: Schon seit vier Tagen kurvt der Pforzheimer auf seinen Rollerblades durch die Republik; über 400 Kilometer legte er zurück – um bei der NRW-InlineTour mitzumachen. Gestern Mittag eroberten Vöhringer und rund 500 weitere Inliner in einer farbenfrohen Invasion die Rheinberger Innenstadt. Dort ließen sie sich auf dem neu gestalteten Platz neben dem Alten Rathaus zur Mittagspause nieder.

Sechs Motorräder

Bereits ihre Vorhut war ein Hingucker: Sechs Polizei-Motorräder sicherten den Tross, der schon zuvor – etwa bei der Fahrt durch Budberg – von vielen Menschen am Straßenrand neugierig bestaunt worden war. Klarer Fall: Den Inliner gehörte für kurze Zeit die Straße. Und nicht nur das Geräusch der Rollen auf dem Asphalt war zu hören: Ein mitfahrender Musikwagen sorgte für gute Laune. Wie ein bunter, zirka 500 Meter langer Lindwurm schlängelte sich das Teilnehmerfeld in Richtung Rheinberg.

Dort wurde die flotte Karawane herzlich begrüßt. Auch die Skater freuten sich und jubelten: Die erste große Teiletappe der dreitägigen Tour war geschafft. Rund 80 Kilometer hatten die Inliner hinter sich gebracht. Ruckzuck wurde es am "Großen Markt" voll. Der Skateschule NRW als Veransstalter und Mitveranstalter "Rollernacht Düsseldorf" hatten Tische und Bänke neben dem "Alten Rathaus" aufgebaut. Gäste wie Einheimische freuten sich über die tolle Biergarten-Atmosphäre unter den Linden. Schnell wurde der neugestaltete Platz von den Skatern in Beschlag genommen. Unter den Bäumen genossen die Besucher ihre zweistündige Pause, bevor es über Xanten weiter zur ersten Übernachtung in Kalkar ging.

Aus ganz Deutschland

Doch erst einmal hatten die Gastronome in Rheinberg gut zu tun: Kaum angekommen, schwärmten die Rollerblader in alle Richtungen aus. Die meisten nutzten gerne das Angebot auf dem Markt; andere liefen barfuß – um ihren Füßen Entspannung zu gönnen – durch die Stadtmitte. Die gefiel den aus ganz Deutschland stammenden Teilnehmern gut. Was einige aus ihrem Kreis gerne hörten – denn es waren auch etliche Rheinberger unter den Inlinern. Markus Becker (33) und Sandra Tappe (36) etwa hatten sich in Düsseldorf in die Blader-Gemeinde eingereiht, "wir fahren nur heute mit. Bisher war es toll."

Die Organisation dauerte fast ein Jahr, wie Mitveranstalter Claus Vogel beschrieb. " 50 Rollerblader fahren als Ordner mit und sperren mit der Polizei die Strecke. Knapp 40 Leute waren im Organisationsteam. "Die Strecken im Vorfeld abzufahren – das war viel Arbeit. Wenn man beispielsweise zehn Kilometer mit Rollerblades fährt und plötzlich vor einer Schotterstrecke steht, ist man das Stück umsonst gefahren und muss eine alternative Route finden", so Vogel.

(RP)