Rheinberg: Freizeitmesse wandert ab

Rheinberg : Freizeitmesse wandert ab

Der Veranstalter kritisiert unprofessionelles Verhalten und überzogene Mietforderungen der Messeleitung. Beim Messeeigentümer sieht man das anders und spricht von einer Marktbereinigung von nicht tragfähigen Formaten.

Eine Niederrheinische Touristik- und Freitzeitmesse (NTFM) wird es auch 2012 geben — allerdings nicht in Rheinberg. Günter Zaluskowski, der die Veranstaltung in Verbindung mit der Messe "Essen und Genuss" seit Jahren in der "Messe Niederrhein" organisiert, bestätigte am Mittwoch im Gespräch mit der Redaktion den endgültigen Abschied von Rheinberg.

Nicht mehr in Rheinberg

Dort hätte es auch 2012 eine NTFM geben sollen — doch urplötzlich habe ihn die Messeleitung mit einer saftigen Preiserhöhung konfrontiert: "300 Prozent — das ging gar nicht", so Zaluskowski am Mittwoch im Gespräch mit der RP. "Dann machen Sie uns mal ein Angebot" habe er daraufhin von der Messe zu hören bekommen.

Doch mittlerweile sei eine Mitarbeiterin darauf gestoßen, dass der Termin, um den sich das Gespräch drehte, von der "Messe Niederrhein" längst fest an die Messe Gartenträume vergeben worden sei. Selbst wenn er die Preiserhöhung akzeptiert hätte, hätte er keine Chance mehr für die NTFM gesehen: "Die hatten ja gültige Verträge mit der ,Gartenträume'", beschreibt Zaluskowski und kritisiert: "Das schafft doch keine Planungssicherheit!"

Die Konsequenz, die der Gelderner Unternehmer zog: "Wir gehen von Rheinberg weg — wie etliche andere auch, die das Verhalten der Messeleitung als unprofessionell empfinden." Dort stellt sich der ganze Vorgang in einem völlig anderen Lichte dar. Der Vertrag mit Zaluskowskis Unternehmen habe drei Module umfasst, erläuterte ein Vertreter des Messe-Eigentümers im RP-Gespräch.

Zwei dieser drei Veranstaltungen habe Zaluskowski selbst abgesagt — offenbar seien sie wirtschaftlich nicht erfolgreich gewesen. Es finde offenbar eine Marktbereinigung statt, bei der Veranstaltungen auf der Strecke blieben, deren Profil am Markt nicht bestehen könne. Angesichts der insoweit klar veränderten Rahmenbedingungen dürfe sich Zaluskowski nicht darüber wundern, dass auch die Messe Anpassungen vornehme. Und dass so die große Messe Gartenträume höhere Priorität bekomme als die NTFM.

Neue Priorität

Im Übrigen sei mit Günter Zaluskowski vereinbart gewesen, dass sein Wunschtermin noch bestätigt werden musste — und man habe ihm zwei Alternativtermine angeboten, die allerdings abgelehnt wurden. Von einer um 300 Prozent erhöhten Mietforderung könne übrigens nicht die Rede sein; wohl seien die Nebenkosten angepasst worden, "wir müssen schließlich anfallende Kosten hereinbekommen".

(RP)