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Rheinberg: Beim Stadtradeln geht es ums Mitmachen

Aktion für Klimaschutz in Rheinberg : Fast 15 Mal mit dem Rad um die Welt

Beim Stadtradeln ist fast Halbzeit. Rheinberg, Sonsbeck und Xanten schlagen sich wacker. Anders Alpen: Die Gemeinde liegt diesmal abgeschlagen auf dem letzten Platz im Kreis.

Im Jahr 2009 war die Stadt Rheinberg Bundessieger bei der Aktion Stadtradeln. 46 Teams erradelten damals mehr als 120.000 Kilometer. Gleich bei der ersten Teilnahme ganz oben auf dem Treppchen, das hat die Menschen in der Stadt angespornt. Fairerweise muss man aber dazu sagen: Damals hatte das Stadtradeln noch nicht eine so große Reichweite, viele Städte haben damals noch gar nicht mitgemacht.

Dennoch gilt auch im 13. Jahr: Jeder Kilometer zählt. Und das im gesamten Kreis, denn inzwischen treten die 13 angehörigen Kommunen als Einheit an. Insgesamt sind die Menschen kurz vor Halbzeit rund 600.000 Kilometer gefahren.

Start war am 2. Mai, abgepfiffen wird am 22. Mai nach dann drei Wochen. Dann wird addiert und gerechnet. Vertraut man auf die Erfahrung von Jens Harnack, dem Klimaschutz-Guru im Rheinberger Stadthaus, dann dürften die Zähler nach dem 22. Mai vor allem in Rheinberg heiß laufen. „Wir sind traditionell langsam“, sagt er. „Die Leute radeln zwar viel, tragen ihre Kilometer aber erst spät ein.“

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Auch jetzt wieder. Am Montag brachten es 525 Aktive in 76 Teams auf 35.551 Kilometer und sorgten dadurch dafür, dass fünf Tonnen CO2-Ausstoß vermieden wurden. „Da geht noch mehr, spornt Harnack an und nimmt besonders die aktiven Politiker ins Visier. Bisher haben sich nur acht von 48 Ratsmitglieder registriert. 525 Aktive ist eher schwach für Rheinberg. In den vergangenen Jahren – die Stadt machte seit 2009 immer mit – waren es stets zwischen 700 und 2500.

Besser als Alpen sind die Rheinberg damit aber allemal. Was ist da los im Nachbarort? Nur 82 Aktive in 23 Teams schwingen sich diesmal in die Sättel und treten in die Pedale. Bis jetzt bringen sie es auf 7644 Kilometer. Bemerkenswert: Nicht ein einziges der 33 Ratsmitglieder macht mit. So zockelt Alpen kreisweit auf dem letzten Platz hinterher.

Die Alpener könnten sich ein Beispiel an der kleinsten Kommune des Kreises nehmen. Sonsbeck kommt bisher auf 283 Radler in 41 Teams und hat schon bald 25.000 Kilometer auf dem Tacho. Nicht schlecht, wenn sich auch dort nur sieben der 26 Ratsleute beteiligen.

Und Xanten? Die Stadt hält sich wacker. 354 Frauen, Männer, Jugendliche und Kinder haben sich auf der Seite www.stadtradeln.de angemeldet und geben alles für die Endabrechnung. Zwischenstand in der Römerstadt: 25.734 Kilometer, von 47 Teams mit 354 Pedalrittern zusammengefahren.

Jens Harnack: „Uns kommt es darauf an, dass möglichst viele Menschen mitmachen und sich fürs Fahrradfahren begeistern lassen. Alles andere ist zweitrangig.“ Natürlich schmälere Corona den Stadtradel-Genuss – etwa dadurch, dass es keine organisierten Touren geben kann. Immer wieder taucht die Frage auf, ob mit Elektrorädern gefahrene Kilometer genau so gezählt werden wie die von althergebrachten Fahrrädern. „Werden sie“, unterstreicht Harnack. „Jedenfalls, wenn es sich um Pedelecs handelt. „Es zählt alles, bei dem in die Pedale getreten werden muss, auch wenn es elektrisch unterstützt wird. Richtige E-Bikes mit Nummernschild hingegen werden nicht berücksichtigt.“ Dank einer Studie wisse man, dass Radler, die auf Elektroräder umgesattelt sind, ihren Radius um Faktor drei erhöht haben, sagt Harnack. Sie radeln im Schnitt deutlich mehr als früher. Und das ist doch gut.