Hans-Hermann Thielke hat am Postschalter mit Humor bedient

Kabarett im to hoop : Beim Spaß ist die Post führend

Hans-Hermann Thielke unterhält das Publikum im Alpsrayer Bürgerzentrum.

Mit Hans-Hermann Thielke stand jetzt ein Mann auf der Bühne des „to hoop“ im Alpsrayer Bürgerzentrum, der wie kaum ein anderer das Bild des deutschen Michel verkörpert. In seiner Rolle als ebenso pedantischer wie liebenswerter Postbeamter im Ruhestand schafft er es, belangloseste Dinge mit Bedeutung zu versehen. Da konnten sich die rund 50 Besucher schon vor Lachen kaum halten, als Thielke mit einem altmodischen Willkommenslied auf den Lippen durch die Reihen zur Bühne ging.

Beschreiben muss er die Figur nicht. Der giftgrüne Pullunder sagt mehr als tausend Worte. Seinen Erfolg auf der Bühne erklärt Thielke so: „Ich war 35 Jahre am Postschalter, da wird Humor großgeschrieben.“ Damit das so ist, hatte sein Arbeitgeber die Bediensteten sogar zu einem Lehrgang geschickt, behauptet der Comedian aus Itzehoe: „Das war ein Spaßlehrgang mit dem Titel: Humor im nichttechnischen Postdienst. Man hat uns dort beigebracht, sofort loszulächeln, sobald ein Kunde die Schalterhalle betritt.“

Aus seiner Sicht machen Weiterbildungsmaßnahmen im Postdienst generell Sinn: „Wir sind zum Beispiel angehalten, die Strichcodes der Paketaufkleber auswendig zu lernen, um bei einem Stromausfall gewappnet zu sein.“ Weil die Preise für eine Garage oder die Nutzung eines Kabelanschlusses für Singles relativ höher ausfallen als für Paare, hat sich der Alleinstehende vorgenommen, diesen Status zu ändern: „Ich bin auf dem Hinweg zur Paarung. Kollegen von mir sind schon weiter, die sind auf dem Rückweg.“ Interessierten Damen im Publikum riet er, mit einer entsprechenden Offerte nicht zu lange zu warten.

Zwischendurch las Thielke aus seinem Postratgeber „Wir haben sie heute leider nicht angetroffen“. Dabei warnte er vor der klassischen Methode, eine Briefmarke aufzukleben: „Ausschweifendes Ablecken führt in vielen Fällen zu einer Überschleimung der Marke, die dann nicht mehr klebt. Außerdem kann ein zu hastig eingeleiteter Leckvorgang durch die scharfkantigen Zacken zu Verletzungen im Mundraum führen.“

Bei „Das Beste aus 25 Jahren“ durften Thielkes Erlebnisse mit einem Marder nicht fehlen. Der hatte sich in seinem Fiesta häuslich niedergelassen und drohte, diesen nach und nach aufzufressen. Den Versuch, das Tier zu verjagen, stoppte sein Nachbar mit einer einstweiligen Verfügung. „Das Auto wurde stillgelegt, weil es jetzt Lebensraum für eine geschützte Tierart ist.“ Die Räumungsklage wegen Eigenbedarfs scheiterte. Dem Fahrzeugeigner blieb nur, sich mit der Situation zu arrangieren. „Tagsüber schläft der Marder, da darf ich ihn nicht stören. Ich setze mich jetzt immer nachts auf die Rückbank, um mein Auto überhaupt noch zu nutzen.“