Das Duo Debora Cesti/Roberto Morbioli überzeugte im Alsprayer "To hoop" mit einem starkes Soul-Blues-Abend

Blues-Konzert : Weltpremiere eines neuen Duos im „to hoop“

Gitarrist Roberto Morbioli und Sängerin Debora Cesti überzeugen beim Konzert in der neuen Musikkneipe im Bürgerzentrum Alpsray.

Seit gut vier Monaten läuft der Betrieb im Alpsrayer Bürgerzentrum unter dem Namen „to hoop“ und neuer Leitung. Seither gibt es in der Kulturkneipe unter Leitung von Sami Durak fast jede Woche ein Konzert. „Es hat sich hier vieles zum Positiven entwickelt“, meint Hans-Peter Götzen vom Trägerverein Alpsrayer Bürgerzentrum.

„Wir sind noch am Anfang, aber guten Mutes“, sagt Durak. Er ist zuversichtlich, dass sich sein ambitioniertes musikalisches Angebot auch in der Besucherfrequenz dauerhaft niederschlägt. „Unter einem gewissen Niveau läuft hier gar nix.“ Von dem Niveau der Musik überzeugten sich jetzt gut 30 Leute, die sehr gespannt darauf waren, wie der italienische Gitarrist Roberto Morbioli und die junge Sängerin Debora Cesti auf der Bühne rüberkommen.

Man habe sich auf einem Festival kennengelernt, erzählte der renommierte Blues-Gitarrist, der sich mit seiner sehr soulgetränkten Bluesvariante in Europa über die Jahre einen guten Ruf erarbeitet hat, in der Pause. „Das ist unser erstes gemeinsames Konzert“, verriet er. Die Gäste konnten also so etwas wie eine Live-Weltpremiere feiern.

Und sie wurden vom neuen Duo nicht enttäuscht. Morbioli und die 27-jährige Cesti, Italienerin mit äthiopisch-eritreischen Wurzeln, präsentierten eine abwechslungsreiche Mischung aus alten Klassikern des Blues und Soul, Popsongs und Kompositionen von Morbioli.

Von Eric Claptons „Before you accuse me“ über das gefühlvoll interpretierte „Georgia on my mind“ des seligen Ray Charles und dem pop-soul-orientierten Keb-Mo-Dong „More than one way home“ bis hin zu Amy Winehouse’ „Valerie“ reichte die Songpalette des Abends im „to hoop“. Dabei überzeugte die junge Sängerin mit einer hellen, aber dennoch sehr souligen und ausdrucksstarken Stimme, der zwar das Volumen und die Reife fehlt, die aber komplett unverbraucht klingt.

In ihren besten Momenten konnte man Anklänge an Chaka Kahn wie bei „I’d rather go blind“ von Etta James oder an Tina Turner hören. Passend dazu sang sie auch deren Klassiker „Let´s stay together.“ Und Stamboli brillierte mit viel Spiellaune, seinem sehr dynamischen, dann mal zurückgenommenen Spiel und seiner rauchig präsenten Stimme – oftmals mit der jungen Cesti im Duett und sich gegenseitig stimmlich anfeuernd.

Immer wieder war es ihm dabei ein Bedürfnis, die Qualitäten des jungen Talents an seiner Seite hervorzuheben. „She’s got soul“, meinte der Gitarrist – und man mochte ihm nicht widersprechen. Die Begeisterung der Zuhörer nach einem intimen, intensiven zweistündigen Konzert war jedenfalls vollauf gerechtfertigt. Und vielleicht hat Alpsray an diesem Abend eine Sängerin am Beginn einer großen Karriere gehört.