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Korschenbroich: Weniger Unfälle, aber drei Verkehrstote

Korschenbroich : Weniger Unfälle, aber drei Verkehrstote

Die Zahl der Verkehrsunfälle im Korschenbroicher Stadtgebiet ist leicht gesunken. Polizeioberrat Gerhard Kropp stuft die Situation vor Ort als "eher unauffällig" ein. Allerdings weist die Verkehrsunfallstatistik für 2012 drei Unfalltote aus.

Für Gerhard Kropp sind die Straßen im Korschenbroicher Stadtgebiet relativ sicher. Zu diesem Ergebnis kommt der Leiter der Direktion Verkehr beim Blick auf die jetzt veröffentlichte Unfallstatistik für das Jahr 2012. Im vergangenen Jahr registrierten die Ordnungshüter 289 meldepflichtige Unfälle, einer weniger als 2011. Die Zahl der Schwerverletzten sank von 24 auf 22. Und auch bei den Leichtverletzten reduzierte sich die Zahl von 86 auf jetzt 82. Für Kropp ein Erfolg: "Das hört sich nach wenig an, ist aber bei der kleinen Ausgangszahl sehr viel."

Was den Polizeioberrat bei aller Zuversicht schmerzt, das sind die drei Verkehrstoten in Korschenbroich. Während im gesamten Rhein-Kreis Neuss die Zahl der Unfälle mit Todesfolge sogar fast um die Hälfte sank, von 13 auf sieben Tote im Straßenverkehr, sind in Korschenbroich allein drei Verkehrstote zu beklagen. "Das ist tragisch", versichert Kropp. Für ihn sind das ganz klar drei Unfalltote zu viel. Allerdings spricht der Verkehrsexperte der Kreispolizeibehörde auch von drei "unterschiedlichen und untypischen Fällen". In dem einen Fall fuhr eine Fahrradfahrerin ungebremst einen abschüssigen Wirtschaftsweg hinunter, der bei Herrenshoff auf die Landstraße 390 mündet. Dort wurde die 42-Jährige von einem Auto erfasst.

Zu dem zweiten Unfall kam es Anfang Juni, ebenfalls auf der L 390 in der Nähe der Bresser Höfe. Dort wurde ein Motorradfahrer (51) Opfer eines Abbiegevorgangs. "Er wurde von dem Autofahrer übersehen", schildert Kropp die Unfallursache mit tödlichem Ausgang. Viele Autofahrer seien vielfach überfordert, die Geschwindigkeit eines Motorrads einzuschätzen. Zu dem dritten Vorfall kam es im Oktober auf der K 42 zwischen Glehn und Lüttenglehn. "Das war ein Unfall, der absolut nicht sein musste", spricht der Verkehrsexperte die Probefahrt eines 42-Jährigen mit einem Porsche an, die bislang aus ungeklärter Ursache an einem Baum tödlich endete.

Neu ist auch: Der Kreuzungsbereich bei Kleinenbroich – L 361/ Rhedung/Im Hasseldamm – wird aus der Liste der Unfallhäufungsstelen gestrichen. "Wir haben diesen Kreuzungsbereich verstärkt beobachtet. Dort kam es im zurückliegenden Jahr nur noch einmal zu einem Unfall." Bevor die Kreuzung als Unfallschwerpunkt endgültig aus der Liste genommen wird, soll sie laut Kropp nochmals entschärft werden. Die abgefahrene Straßenmarkierung werde noch im Frühjahr – voraussichtlich im April – erneuert. Dass im Gegenzug die Kleinenbroicher Kreuzung Oststraße/L 361 als Unfallschwerpunkt eingestuft wird, hält Kropp für gänzlich unwahrscheinlich: "Wir sehen dort keine Unfallhäufung." Die Bürger vor Ort fordern hingegen seit Jahren "mehr Sicherheit". Erst im Dezember machte sich der Kleinenbroicher Karl Vill zum Bürgersprecher: Er setzt sich unter anderem für den Rückbau der abgeschalteten Ampel auf der Oststraße ein.

(NGZ)