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Jüchen: Für den Kinderzug regnet es Kamelle

Jüchen : Für den Kinderzug regnet es Kamelle

In Jüchen und Hochneukirch zogen gestern hunderte kostümierter Kinder aus Tagesstätten und Grundschulen durch die Straßen.

Feuer an der Grundschule In den Weiden: Doch es waren nur Kinder und Erzieher aus der "Villa Kunterbunt", die sich zum großen Umzug ein derart heißes Outfit gebastelt hatten. Flammenmütze, T-Shirts mit Batik-Feuer, dazu lodernde Vulkane, Feuerwehrleute und viele bunte Outfits — so führte die Kita den großen Kinderumzug an. Ebenfalls dabei: die Kinder aus den Klassen 1 bis 4. Bei der 4c herrschte etwas Sorge. Warum, erläutert Referendarin Vera Stollenberg: "Unsere Klasse bildet den Abschluss. Jetzt fürchten die Kinder, keine Süßigkeiten mehr zu bekommen", sagt die als "Dr. Kotz-Übel" Kostümierte.

Eine unbegründete Sorge, denn am Straßenrand standen viele Eltern und Großeltern, die reichlich Wurfmaterial dabei hatten. Wie etwa Maria Weidemann aus Kapellen, die für ihre erkrankte Tochter eingesprungen war. Denn für Enkel Niklas (2) war es ein großer Tag: Als Krokodil durfte er erstmals am Arm des Opas den Zug verfolgen, zeigte mit aufgeregtem "Da" auf die zahlreichen Kinder. Seit zwölf Jahren ziehen Kitas und Schule zusammen, freuen sich über den niederprasselnden Kamelle-Regen. Für Simone Wilms, Mutter vom Vampir Lena aus der 2b, ist der große Zug der Kleinen "einfach schön, "weil alle etwas zusammen machen".

Szenenwechsel: "Sidd er all jood dropp?" heizte "Turbo-DJ Ernie" alias Bernd Müller die kleinen und großen Hochneukircher Narren immer wieder ein. Mit Hermi Bongen, dem "Nökercher Jecke"-Chef, und seiner fahrenden Disco führte er gestern den Kinderkarnevalsumzug an. Pünktlich um 10.45 Uhr starteten die kleinen und großen Astronauten, Prinzessinnen, Hexen, Zauberer, Cowboys, Piraten und "Star Wars"-Helden am Wendehammer vor der Peter-Bamm-Halle.

Eingeplant waren etwa 500 Kinder, deren Eltern, Lehrer von der Grundschule Hochneukirch, der der Janusz-Korczak-Grundschule Otzenrath, von den Kindergärten Mühlenstraße und Weststraße sowie den Kitas aus Otzenrath und Kelzenberg. Doch es zogen diesmal etwa 60 Kindern mehr mit, die reichlich von Zuschauern und Geschäftsleuten mit Süßigkeiten, Bällen und netten Kleinigkeiten beschenkt oder beworfen wurden. Nicht fehlen durfte auch eine große Abordnung aus Neuss-Grefrath.

Die beiden Garden der "Nökercher Jecke" hatten schon vor den Start getanzt und für Stimmung gesorgt. Wer beim kalten Nieselregen ein dickes Fellkostüm hatte, konnte besonders gut gelaunt sein wie Sandra Sonnet und Sohn Luis (5), die als Känguru und Tiger verkleidet waren. "Die Kostüme hatten wir zum Glück im Bestand", so Sandra Sonnet lachend. "Turbo-DJ Ernie" kündigte lauthals die Spender des Kamelleregens an. Nach gut einer Stunde löste sich der Zug im warmen Zelt der "Nökercher Jecke" auf. Ideen fürs nächste Jahr gibt's viele.

(NGZ/ac)