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Fußball: Charakterstarke Torjägerin geht keinem Zweikampf aus dem Weg

Fußball : Charakterstarke Torjägerin geht keinem Zweikampf aus dem Weg

Seit 14 Jahren steht die 20-jährige Julia Schenk auf dem Fußballplatz. Nun ist die Vollblutstürmerin des SV Hemmerden NGZ-Sportlerin des Monats Januar.

Wenn Silvia Birbaum-Schmitz über Julia Schenk spricht, kommt sie aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus. Sie erzählt von einer "sehr offenen Person", die "charakterlich perfekt" zur Mannschaft passe, sich in kürzester Zeit integriert habe und das "ganze Team aufgewertet" hat. "Obwohl sie erst eineinhalb Jahren bei uns ist, ist Julia gar nicht mehr aus der Mannschaft wegzudenken", sagt Birbaum-Schmitz, Torhüterin und Abteilungsleiterin der Regionalliga-Fußballerinnen des SV Hemmerden. Und da sind die sportlichen Qualitäten der Stürmerin Schenk noch gar nicht eingerechnet.

Dabei waren es vor allem diese, die die 20-Jährige zur NGZ-Sportlerin des Monats Januar gemacht haben. Gleich sieben Mal traf sie Anfang des Monats bei den Kreis-Hallenmeisterschaften und ebnete dem SV Hemmerden damit den Weg zur Titelverteidigung. Und auch unter freiem Himmel zeigt sich Schenk seit rund 20 Monaten in bestechender Form: Nach 18 Treffern in ihrer Premieren-Saison in der vierthöchsten Spielklasse, legte sie in der Hinrunde der aktuellen Spielzeit weitere neun Treffer nach. Das ist umso überraschender, weil Schenk erst seit genau diesen 20 Monaten im Sturm spielt. "Ich habe früher auch gern Tore geschossen, aber in Nievenheim und Rosellen war ich noch Abwehrspielerin", sagt die Sportstudentin, die sich selbst als "stabil und groß" bezeichnet und wohl deswegen meist die Abwehrchefin gab. In Hemmerden verstehen sie Schenks körperliche Vorteile anders zu nutzen. Zwar sieht auch Birbaum-Schmitz in der Nummer 16 "eine, die vor keinem Zweikampf zurückschreckt". Aber das seien Eigenschaften, die auch einer Torjägerin gutstünden.

Ihre Spielweise aber rein ihrer Statur zuzuschreiben, wäre zu einfach, denn sie ist auch Konsequenz aus ihrer sportlichen Laufbahn. Als Sechsjährige begann Schenk als einziges Mädchen unter Jungs beim SV Rosellen. Sich gegen größere und stärkere Gegner durchzusetzen, gehörte zum Alltag. Die nötige Härte holte sie sich als Schwimmerin des TSV Bayer Dormagen, schaffte es bis zu den Westdeutschen Meisterschaften. Letztlich entschied sie sich für den Fußball und war irgendwann gezwungen, zu wechseln, weil es in Rosellen keine Mädchenmannschaft gab. Also ging sie nach Nievenheim und war "anfangs nervös, weil ich immer nur mit Jungs gespielt hatte", erzählt sie. Doch es lief alles glatt. Nach Streitigkeiten im Verein verließ nahezu die komplette Damen-Fußball-Abteilung den Verein und wechselte ausgerechnet nach Rosellen. Schenk war wieder in der Heimat und stieg mit dem SV binnen zwei Jahren in die Bezirksliga auf. Irgendwann wurde Hemmerdens Trainer Peter Compes auf sie aufmerksam und wollte sie verpflichten. "Ich habe mir die Entscheidung nicht leichtgemacht. Ich hänge sehr an Rosellen." Noch heute spricht Schenk in den höchsten Tönen von ihren Ex-Trainern Danuta Karas und Hans-Georg Solf.

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(Fortuna)