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Jüchen: Jüchen gleich dreifach jeck an Altweiber

Jüchen : Jüchen gleich dreifach jeck an Altweiber

Das Jüchener Rathaus nahmen erstmals drei Karnevalsgesellschaften ein. Anziehungspunkte für Jecken in Feierlaune waren auch der Adenauerplatz in Hochneukirch und das "Redhot", vor dem die Jugendlichen Schlange standen.

Carmen Schwab (51) und Katharina Weinacht (48) hatten sich gestern zum Sturm auf das Jüchener Rathaus perfekt ausgestattet: als Möhne mit graue Perücken, Nickelbrille und Omas Handtasche. "Wir haben gelesen, dass der Rathaussturm erstmals größer ausfallen soll und wollten mitfeiern." Danach halten sie an ihrer Altweiber-Tradition fest, feiern im Jugendheim Gierath weiter: "Da ist es immer schön."

"Das war toll", lautete auch das Fazit von Bürgermeister Harald Zillikens — obwohl ihn die "Dycker Wiever" kurzzeitig in Ketten gelegt hatten. Doch "Wiewer"-Präsidentin Erika Jansen und ihr Engelsgefolge ließen Gnade walten und befreiten "Zilli"auch wieder, nachdem er den Schlüssel zum Rathaus herausgegeben hatte. Erstmals wurden die Jecken aus dem Dycker Ländchen von den Karnevalsgesellschaften "Nökercher Jecke" und "Rot-Weiß Gierath/Gubberath" mit Alaaf und Helau unterstützt. Herzlichen Applaus ernteten die Kindertanzgruppen sowie das Hochneukircher Kinderprinzenpaar Tim und Stella, das den Bürgermeister mit Orden schmückte. Neben Verwaltung und Karnevalisten feierten rund 20 Jüchener, doch der jecke Trubel fand woanders statt.

Etwa in Hochneukirch: Im beheizten Festzelt auf dem Adenauerplatz heizte DJ Manfred Schindowski richtig ein. Hermi Bongen und Annette Pega, die beiden Vereinsvorsitzenden der veranstaltenden "Nökercher Jecke", waren zufrieden: "Auch diesmal ist unser Zelt ein wenig größer als im vergangenen Jahr — und es ist wieder voll." Nicht zu übersehen: eine Gruppe von etwa 25 türkisblau gekleideten "Schlümpfen". Bei näherem Hinsehen waren das die prächtig gelaunten Frauen der "Jägerkapelle" Hochneukirch, deren Mitglied Anja Bossems erklärte: "Warum sollen wir zum Feiern in die Ferne schweifen, wenn man so was Schönes im Ort hat und danach zu Fuß nach Hause gehen kann?" Eine der jüngsten Partygäste war die vierjährige Lena Sporbeck, verkleidet als Fee Tinkerbell. Sie war kaum zu halten, als die beiden Kindertanzgarden der "Nökercher Jecke" auftraten. Der normalerweise viel umjubelte Büttenredner Ralf Gerresheim alias "Der Flachlandtiroler" ist Mitglied der "Nökercher Jecke" und wollte seinen zündenden Vortrag testen. Doch nach wenigen Minuten hatte der Profi gemerkt: "Die Leute sind nur noch in Partystimmung." Da kam die Band "Fressköpp" als Karnevals- und Partyband genau richtig: Sie war die Überraschung bei einer heißen Altweiber-Veranstaltung, die bis in die Nacht tobte.

Oder bei "Polo". Eine lange Schlange hatte sich vor dem "Redhot" formiert. Fast 500 Jugendliche wollten hier feiern: Die meisten kamen vom Gymnasium und der Realschule Jüchen, aber auch einige Ehemalige und Schüler aus anderen Schulen mischten kräftig mit. Gegen 11 Uhr füllte sich das "Redhot" mit zahlreichen Cowboys und -girls, Superhelden oder Bauarbeitern, die die Ausweiskontrollen passiert hatten. Sie tanzten ausgelassen zu lauter Disco- und Karnevalsmusik. "Es wird bestimmt super. Im vergangenen Jahr hat die Feier hier viel Spaß gemacht", sagt etwa die 17-jährige Michelle Möcker.

Doch um 15 Uhr war die Party offiziell vorbei. So hatten aber auch Unter-16-Jährige, die abends nicht lange feiern konnten, einen gelungenen Karnevalsauftakt.

(busch-, kvm, sgr)