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Basketball: TG-Mädels dürfen jetzt nicht übermütig werden

Basketball : TG-Mädels dürfen jetzt nicht übermütig werden

Am Donnerstag feierten die Neusser Basketballerinnen in der Düsseldorfer Altstadt Altweiber, am Sonntag spielen sie in der 2. Liga in Hagen.

Als Kind des Ruhrgebiets ist Janina Pils absolut kein Karnevalsjeck. Nichtsdestotrotz feierte die Trainerin des Basketball-Zweitligisten TG Neuss am Donnerstag mit ihren Mädels Altweiber in der Düsseldorfer Altstadt. "Karneval statt Training", witzelte sie und verriet schmunzelnd die zugrundeliegende Strategie: "Zuckerbrot und Peitsche!"

Die ganz harte Gangart dürfte die 29-Jährige im Vorfeld des Auftritts ihrer Truppe am Sonntag (16 Uhr) in der Sporthalle Altenhagen bei den Phoenix Hagen Ladies freilich nicht einlegen, schließlich sollte das Thema Abstieg spätestens seit dem so berückenden 75:52-Heimsieg vom vergangenen Samstag über den Play-off-Kandidaten BBZ Opladen endgültig vom Tisch sein. "Ganz ehrlich, daran verschwende ich keinen Gedanken mehr", stellt Pils klar: "Das wäre auch dumm. Quakenbrück hat genauso viele Punkte wie wir — und da spricht ja auch keiner vom Abstieg."

Eine ausgesprochen komfortable Situation, die der jungen Trainerin allerdings nichts von ihrem Feuer nimmt. Und darum ergeht an ihr Team die dringende Warnung: "Das Spiel in Hagen wird kein Selbstläufer, das ist sogar sehr gefährlich." Sie ist schon lange genug im Geschäft, um die Fallstricke zu erkennen. Die könnten in diesem Fall aus Übermut gestrickt sein. Im Hinspiel hatten die Neusserinnen die Ladies beim 79:52 schließlich nach allen Regeln der Kunst zerlegt. Zu Beginn des dritten Viertels führten sie mit 73:32 — und nur weil der letzte Abschnitt zur reinen Lustreise wurde (8:20), entging der eigentlich als Gegner auf Augenhöhe angereiste Kontrahent seinem Waterloo.

Seither hat Neuss nicht nur spielerisch, sondern auch personell zugelegt. Seit Annika Klein und Kathrin Wischnitzki an Bord gekommen sind, kann Pils auf eine ungemein tiefbesetzte Bank bauen. Darum bringen sie auch die zu befürchtenden Ausfälle von eben dieser Kathrin Wischnitzki sowie Caterina Skrobek (beide sind stark erkältet) nicht um den verdienten Nachtschlaf. "Klar, Kathrin könnte man nur kompensieren, nicht ersetzen, aber die einzige Spielerin, deren Ausfall uns wirklich richtig wehtun würde, ist Connie James." Die US-Amerikanerin ist nun mal die unumstrittene Leitwölfin im Team, dazu legt sie im Schnitt 19,7 Punkte, 7,7 Assist und 6,4 Ballgewinne auf.

Eine Basketballerin dieser Güteklasse findet sich im allerdings nur mit jungen deutschen Akteurinnen besetzten Kader des Tabellenneunten natürlich nicht. Und auch wenn Kimberly Pohlmann, Elina Stahlmeyer, Franziska Goessmann, Felicitas Graßhoff & Co. jederzeit für einen Paukenschlag gut sind, steht für die Neusser Trainerin fest: "Das ist ein Gegner, der uns einfach liegt." Dass ihre Truppe am Sonntag auswärts ran muss, spielt für sie keine Rolle. "Basketball bleibt Basketball — und bis Hagen sitzen wir ja jetzt keine acht Stunden im Bus."

(NGZ/ac)