Lokalsport : Sorgenkinder nehmen ab

Nicht nur, weil seine Schützlinge Dienstag Abend mit einem 30:24-Sieg über Polens Vizemeister Wisla Plock ins Turnier starteten, sind die Sorgenfalten bei Dormagens Handballtrainer Kai Wandschneider weniger geworden.

Thomas Dröge konnte der Versuchung nicht widerstehen: "Eigentlich habe ich hier genug zu tun und kann mir eine dreitägige Abwesenheit gar nicht leisten." Trotzdem reiste der neue Team-Manager des TSV Dormagen gestern mit dem Handball-Bundesligisten nach Eisenach, wo am Abend die erste Partie des Sparkassen-Cups gegen den polnischen Erstligisten Wisla Plok auf dem Programm stand.

Wer will es ihm verdenken. Schließlich spielte der TSV in der Eisenacher Werner-Aßmann-Halle, und die war elf Jahre lang sozusagen das Wohnzimmer des Thomas Dröge. Genau so lange war der Thüringer nämlich beim ThSV Eisenach als Manager tätig, führte die Wartburgstädter gemeinsam mit dem damaligen Coach (und jetzigen Frauen-Bundestrainer( Rainer Osmann in die Erste Liga.

Doch es waren nicht nur nostalgische Gedanken, die Dröge die Reise nach Thüringen antreten ließen. Gemeinsam mit Trainer Kai Wandschneider will er sich unter Wettbewerbsbedingungen ein Bild vom aktuellen Leistungsstand des runderneuerten Kaders machen. Der gleichwohl noch nicht komplett ist: Florian Wisotzki hat nach überstandener Knieoperation zwar bereits erste Gehversuche unternommen, wird dem TSV aber bis in die erste Hälfte der am 4. September mit dem Heimspiel gegen die HSG Wetzlar startenden Saison fehlen. Die Zugänge Kristian Nippes und Bobby Schagen sind mit ihren Nationalmannschaften bei der Junioren-WM in Ägypten im Einsatz. Während die deutsche Auswahl trotz der Auftaktniederlage gegen Argentinien die Hauptrunde erreicht hat, benötigen Schagen und die Niederlande einen Sieg über die favorisierten Slowenen, um dieses Ziel zu erreichen.

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Mit dabei beim Sparkassen-Cup ist allerdings Vitali Feshchanka. Ihn hatten Wandschneider und Dröge im Anschluss an das Trainingslager in der Sportschule Hennef nach Hause geschickt, weil der weißrussische Nationaltorhüter "nicht den athletischen Anforderung für die Erste Liga" entsprach (die NGZ berichtete). Der 35-Jährige hat sich das offensichtlich zu Herzen genommen und innerhalb von zwei Wochen acht Kilo abgespeckt.

Gestern Abend beim 30:24-Sieg über Wisla Plock (siehe nebenstehenden Spielbericht) löste er eine Viertelstunde vor Schluss den bis dahin stark haltenden Neuzugang Jens Vortmann zwischen den Torpfosten ab. Feshchanka wehrte gleich einen Siebenmeter ab und zeigte noch weitere fünf Paraden: "Offensichtlich hat er den Konkurrenzkampf angenommen", meint Wandschneider. Auch ein anderes Sorgenkind wusste in der Partie gegen den polnischen Vizemeister und letztjährigen Champions League-Teilnehmer zu überzeugen: Konstantinos Chantziaras erzielte vier Treffer. Dem griechischen Linkshänder war jedoch noch deutlich die fehlende Bindung zu seinen Nebenleuten anzumerken. "Er ist ja praktisch wie ein Neuzugang für uns", sagt Wandschneider über den griechischen Nationalspieler, der zwar im Dezember vergangenen Jahres aus Stralsund an den Höhenberg wechselte, aber wegen chronischer Knöchelbeschwerden nur wenige Spiele für seinen neuen Klub bestritt. Viertes Sorgenkind im Bunde ist Abwehrchef Maciej Dmytruszynski, der nach überstandener Kreuzband-Operation zwar schmerzfrei trainieren kann, dem aber "deutlich anzumerken ist, dass die Bewegungsabläufe noch nicht richtig sitzen", meint der Trainer.

In Augenschein nehmen können die Dormagener Fans den TSV erstmals am Sonntag: Dann trifft er im Rahmen der Saisoneröffnung auf den dänischen Erstligisten Nordsjaelland Handball, der gleichfalls beim Sparkassen-Cup im Einsatz ist. Die Partie wird um 15 Uhr im TSV-Sportcenter angepfiffen, um 13 Uhr stehen sich das Dormagener Regionalliga-Team und Oberliga-Neuling Adler Königshof gegenüber. Eingebettet sind die Spiele in ein Rahmenprogramm, in dessen Mittelpunkt das "Rewe-Kinderland" steht. Karten (5 und 3 Euro) gibt es in der TSV-Geschäftsstelle, der Reinerlös kommt der Frühförderung von Kindern in Dormagener Kindertagesstätten zugute.

(RP)