Lokalsport : Jugendstil zum Saisonauftakt

Der SC Kapellen startete mit einem Negativerlebnis in die Fußball-Niederrheinliga. Gegen Viktoria Goch gab es daheim ein 0:2. Allerdings stemmte sich die junge SCK-Mannschaft bis zum Schluss gegen die Niederlage.

Die Verantwortlichen des SC Kapellen sollten sich ernsthaft Gedanken darüber machen, grundsätzlich das Heimrecht abzugeben, wenn es gegen Viktoria Goch geht. Denn seit die Erftstädter in die Fußball-Verbandsliga aufgestiegen sind, die sich inzwischen Niederrheinliga nennt, gab es bis nach der zurückliegenden Saison auf eigenem Platz bei 5:12 Toren nur ein Remis und vier Niederlagen zu verzeichnen. Gestern hagelte es zum Start in die neue Spielzeit mit 0:2 (Halbzeit 0:2) die fünfte Heimpleite.

Und alles in allem ging der Sieg der Gäste auch in Ordnung, was aber nicht bedeutet, dass die extrem junge Mannschaft der Erftstädter den Platz nicht auch als Sieger hätte verlassen können. Insbesondere dann, wenn sie ihre beiden guten Möglichkeiten in der starken Anfangsphase genutzt hätte.

Zunächst war es Sven Raddatz, der nach feinem Zuspiel alleine auf Gochs Keeper Poli Minas zumarschierte, sich dann aber zu weit abdrängen ließ und nur noch eine Ablage hinbekam, die aus dem Rückraum deutlich übers Tor gejagt wurde (9.). Kurz darauf war es Raddatz selbst, der eine scharfe Flanke vors Tor schlug, in die Benjamin Schütz schön hineinlief, dann aber den Ball freistehend aus fünf Metern Entfernung nicht im gegnerischen Gehäuse unterbrachte (10.).

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Wer wollte es Schütz verübeln, schließlich kickte der 18-Jährige vergangene Saison noch bei Kapellens A-Junioren in der Niederrheinliga. Und da war er nicht der einzige in der gestrigen Startformation der Erftstädter. Denn das neue Trainergespann Michael Habermann und Klaus Schütz vertraute, wohl auch wegen des kurzfristigen Ausfalls von Spielmacher Nico Rittmann, dem Nachwuchs und schickte von den sieben ehemaligen A-Junioren im Kader gleich vier von Beginn an aufs Feld.

Neben Schütz waren das noch Ruben Reichel (19) in der Abwehr, Patrick Becker (19) im Mittelfeld und Johannes Meuter (19) im Sturm. Damit betrug das Durchschnittsalter gerade mal 21,64 Jahre. Von dieser Unerfahrenheit war allerdings zunächst überhaupt nichts zu spüren. Denn obwohl die taktische Ausrichtung der Gastgeber mit zwei defensiven Mittelfeldspielern und Meuter als alleiniger Spitze eher defensiv war, kombinierten sie zu Beginn schnell und mit beeindruckender Präzision nach vorn.

Nachdem die sichtlich überraschten Gäste aber die Anfangsphase überstanden und sich besser sortiert hatten, sorgten sie mit einem Doppelschlag für die Vorentscheidung. Zunächst war es Jens Schulz, der Stefan Offermann mit einer Bogenlampe aus 20 Metern überwand (24.), dann zirkelte Stefan Osmann den Ball aus vergleichbarer Distanz zum Zungeschnalzen in den Winkel (31.).

Nach dem Seitenwechsel brachte Kapellen in Eduard Ungefug einen zweiten Stürmer und mühte sich mit hohem läuferischen Aufwand, das Blatt zu wenden. Selbst in der Schlussphase, in der auch noch Angreifer Mo Salou ins Spiel kam, resignierten die Erftstädter nicht. Doch die überaus kompakte und erfahrene Defensive der Viktoria behielt auch in potenziell brenzligen Situationen die Übersicht, ließ keine klaren Torchancen mehr zu.

Die Gäste lauerten auf Konter und spielten die Führung routiniert über die Zeit. Für Michael Habermann bedeutete das die erste Pflichtspiel-Niederlage seit seiner Rückkehr zum SCK, unzufrieden war er aber nicht: "Wir sind mit dieser jungen Mannschaft nicht eingebrochen. Das macht Hoffnung, dass wir uns steigern können."

(RP)