Lokalsport: Kreissportbund will stärker auf die Jugend setzen

Lokalsport: Kreissportbund will stärker auf die Jugend setzen

Auf der Mitgliederversammlung des KSB geht es vor allem um das Ehrenamt. Auszeichnung für Wilhelm Fuchs.

Spannend war sie nicht, die 43. jährliche Mitgliederversammlung des Kreissportbundes (KSB) -aber das ist für Veranstaltungen dieser Art ja meistens ein gutes Zeichen. So dürfte auch Hermann-Josef Baaken (57) glücklich darüber gewesen sein, dass der Auftritt der jungen Einradfahrerinnen und -fahrer der SG Rot-Weiss Gierath das lebhafteste Element der Sitzung war.

Ohnehin hat sich der Vorsitzende des KSB, der im Vorjahr zum Nachfolger des zurückgetretenen Thomas Lang gewählt wurde, fest vorgenommen, den Nachwuchs in den Fokus zu rücken. So dürfe der Ganztagsunterricht in der Schule nicht zu Lasten des Sports fallen. Auch Leistungssport müsse schon im frühen Alter gefördert werden. "Abwerbeversuche am Spielfeldrand sind keine professionelle Talentsuche. Die fängt schon in der Grundschule an", stellt Baaken klar. Landrat Hans-Jürgen Petrauschke, der druckfrisch verkünden konnte, dass im soeben im Kreistag verabschiedeten Jahresetat 75.000 Euro mehr für den Sport eingeplant sind, fügte an: "Ich finde es zum Beispiel unerträglich, wenn Kinder auf der weiterführenden Schule nicht schwimmen können."

Ein Ziel müsse es zudem sein, den Nachwuchs verstärkt in das Vereinsleben mit einzubinden. "Die Jugend ist unsere Zukunft. Gehen Sie aktiv auf sie zu, sprechen Sie sie an und lassen Sie sie sich einbringen", appellierte Baaken an die Mitglieder, schließlich seien er und der KSB "fest davon überzeugt", dass es in so gut wie jedem Verein junge Menschen gibt, die gerne Verantwortung übernehmen würden.

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Dennoch sei die Anzahl der jüngeren Personen, die in den Vereinen Ämter bekleiden, weiterhin erschreckend klein - was sich nicht zuletzt auch bei den am Mittwoch Anwesenden widerspiegelte. Hier setzte auch der Vortrag von Martin Wolnik an, der als Vorstandsmitglied des Landessportbundes NRW über das Ehrenamt referierte. "Dass die Bereitschaft in der Jugend groß ist, belegen Studien immer wieder", sagt er, "aber die Menschen wollen keine Ämter mehr übernehmen, sondern sich ohne feste Bindung engagieren." Schließlich würden Menschen mit Anfang 20 oft nicht wissen, ob sie bedingt durch Studium oder Ausbildung drei Jahre lang einen Posten bekleiden können. "Vielleicht ist es einfach nicht mehr zeitgemäß, sich in ein Amt wählen zu lassen", glaubt er. "Mittlerweile lassen Frauen ihre Männer oft nur noch zu Versammlungen, wenn sie versprechen, sich kein Amt aufschwatzen zu lassen."

Zweites großes Thema ist für Baaken neben der Jugend die Infrastruktur, wo er die Politik in die Pflicht nimmt: "Ich sehe es als Aufgabe der Politik an, der Bevölkerung Sportanlagen zur Verfügung zu stellen. Mit Sorge beobachte ich hingegen, wenn Einzelpersonen diese Sportanlagen übernehmen wollen." Eine Aussage, die vor allem an die Internationale Schule am Rhein (ISR) und deren Geschäftsführer Peter Soliman gerichtet sein dürfte.

Die goldene Ehrennadel des KSB erhielt Wilhelm Fuchs. Der Vorsitzende des Neusser Stadtsportverbandes sei ein Vorbild, wie Baaken in seiner Lobrede sagte: "Wilhelm ist ein Mann der Taten. Er versteht es, großes Engagement und geschickte Lobbyarbeit zum Wohl des Sports zusammenzubringen."

(cpas)