Handball : Khan kommt nach Korschenbroich

Vor anderthalb Jahren trennten sich die Wege von Khalid Khan und dem TV Korschenbroich. Samstagabend im Duell zwischen dem TVK und dem VfL Eintracht Hagen gibt es ein Wiedersehen. Die Punkte brauchen beide Drittligisten.

Er hat den Korschenbroicher Handball geprägt wie vor ihm vielleicht nur Hepi Otten. Unter seiner Regie wurde der TVK zu einem Markenzeichen, die drei Buchstaben standen für einen Tempo-Handball, der in Deutschland seinesgleichen suchte, für taktische Raffinesse und nicht zuletzt für Erfolg.

Seit sich vor anderthalb Jahren die Wege von Khalid Khan und dem TV Korschenbroich trennten — "in einem Zweiminuten-Gespräch", sagt Khan rückblickend — ging es mit beiden bergab. Khan blieb ein halbes Jahr ohne Engagement, heuerte dann beim in heftige Turbulenzen geratenen VfL Eintracht Hagen an und rettete den Traditionsklub erst über den Umweg der Relegation vor dem Sturz in die Oberliga. Der TVK vergaloppierte sich erst bei der Wahl eines Nachfolgers, dann bei der Suche nach Identität und Sponsoren und zog sich schließlich in die Dritte Liga zurück.

Dort stehen sich beide Samstagabend (Anwurf 19.30 Uhr) in einer Partie gegenüber, die auch ohne die persönliche Komponente genügend Zündstoff bietet. Denn der Sieger — der TVK hat 12:12 Punkte, die Gäste 10:14 — dürfte im breiten Mittelfeld der Tabelle überwintern, der Verlierer muss sich erst einmal nach unten orientieren. Für Khan ist die Frage nach den Ausgangsvoraussetzungen eindeutig geklärt: "Korschenbroich ist klarer Favorit." Und das, obwohl sich die schon seit der Saisonvorbereitung hinziehende Verletztenmisere der Eintracht ein wenig gebessert hat: Samstag fehlen nur noch die beiden verletzten Kreisläufer Dorian Gollor und Nikita Maystrenko. Nicht mehr dabei ist Torhüter Björn Minzlaff. Der Routinier war nach der Verletzung von Manuel Treude verpflichtet worden, sein Vertrag lief am Freitag aus und wurde nicht verlängert, weil Treude inzwischen das Training wieder aufgenommen hat. Weil ihm aber noch Praxis fehlt, könnte am Samstag der bereits 56-jährige Rudi Heite als Nummer zwei hinter Marco Stange auf der Bank sitzen. Khans Schützlinge, zu denen auch die Ex-Dormagener Maciej Dmytruszynski und Johannes Clausing gehören, sind eine von mehreren Wundertüten der Dritten Liga West: Überraschenden Punktgewinnen (30:30 in Aurich, 32:29 in Uerdingen, 35:26 in Königshof) standen bisher überraschende Punktverluste (26:29 am vergangenen Samstag gegen Gladbeck) und zwei deftige Schlappen gegenüber: 27:38 in Dormagen, 24:39 gegen Wermelskirchen.

TVK-Trainer Ronny Rogawska möchte trotzdem "unsere kleine Mini-Serie" von zwei Siegen in Folge fortsetzen. Dazu soll bei seinem Heimdebüt Christian Rommelfanger beitragen, der sein Comeback beim 28:27-Sieg in Düsseldorf mit sechs Toren in der Schlussviertelstunde krönte. Der Halblinke ist neben Mathias Deppisch, Marcel Leclaire und Marcel Görden einer von Vieren, die aus Khans "alter" TVK-Truppe noch übriggeblieben sind.

(NGZ/ac)