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Korschenbroich: Früher Prinzessin, heute Karnevals-Chefin

Korschenbroich : Früher Prinzessin, heute Karnevals-Chefin

Sonja Kunz ist Vorsitzende der Kleinenbroicher Karnevalsfreunde. Mit viel Einsatz möchte die 37-Jährige den Karneval im Ort beleben.

Als Kind schlüpfte sie in der "fünften Jahreszeit" bevorzugt in die Rolle des Clowns, manchmal verkleidete sie sich auch als Prinzessin. Damals ahnte Sonja Kunz noch nicht, dass sie einmal Vorsitzende eines Karnevalsvereins werden würde. Die 37-jährige Kleinenbroicherin löste vor zwei Jahren Franz-Josef Heinrich als Vorsitzenden der Kleinenbroicher Karnevalsfreunde ab. Wer mit ihrem Namen nichts anfangen kann: Bis zu ihrer Hochzeit vor sieben Wochen hieß sie Sonja Steinhanses. Und unter diesem Namen ist die Ehrenamtlerin in Kleinenbroich bestens bekannt — nicht nur unter Karnevalisten.

Den Ort hat Sonja Kunz früh ins Herz geschlossen: Ihre Eltern stammen zwar aus Düsseldorf, Sonja Kunz ist jedoch in Kleinenbroich aufgewachsen und lebt seitdem dort — mit Ausnahme eines dreijährigen Intermezzos in Glehn. Ihr ist sogar das Kunststück gelungen, ihren Ehemann davon zu überzeugen, seine Wohnung in Köln aufzugeben und nach Kleinenbroich zu ziehen.

Zum Karneval war die Krankenkassenbetriebswirtin als 16-Jährige gekommen. Eine Freundin tanzte bereits bei der Garde der Kleinenbroicher Karnevalsfreunde. Später wechselte auch Sonja Kunz zu den "Sugarbabes". Bevor sie Vorsitzende des Karnevalsvereins wurde, war sie bereits zehn Jahre als Schriftführerin im Vorstand aktiv. Natürlich sei ihr Ehrenamt mitunter zeitaufwendig. "Es gibt Stoßzeiten, in denen viel zu tun ist", sagt die 37-Jährige, die ihre Hochzeitsreise auf Kuba verbracht hat.

Vorstands- und Mitgliederversammlungen vorbereiten, dafür sorgen, dass ein Sitzungsheft erscheint und durch Werbung finanziert werden kann, Mitglieder motivieren, sich einzubringen, all das kostet Zeit — Zeit, die Sonja Kunz gerne investiert. Obwohl: Manchmal wünscht sie sich, dass noch mehr Mitglieder mit anpacken. "Wir könnten dann mit Sicherheit noch mehr auf die Beine stellen", sagt sie.

Mit ihren Sugarbabes möchte sie auch im kommenden Jahr eine tolle Show auf die Bühne bringen. Deshalb wird wöchentlich trainiert — obwohl es nur fünf Auftritte pro Jahr gibt. Doch auch ist Sonja Kunz engagiert bei der Sache. Für sie bedeutet Karneval: Spaß haben, die Sorgen des Alltags vergessen. Für ihren Verein hofft sie, dass sich im nächsten Jahr wieder mehr Besucher die große Karnevalssitzung in der Kleinenbroicher Mehrzweckhalle anschauen. Positiv sei schon mal, dass erstmals ein Männerballett mitmacht — zu den neun Karnevalisten, die als "Pepperboys" auftreten werden, gehört auch Ehemann Jürgen. Und dass die Tanzgarde derzeit zwölf aktive Mitglieder hat, ist ebenfalls nicht selbstverständlich.

Hinzu kommen die Bambini, also die "Kids" unter den Karnevalisten. Apropos "Kids": Auf die Familienplanung angesprochen, gibt Sonja Kunz einen knappen Kommentar ab: "Noch ist alles drin." Und sollte es Nachwuchs geben, wird er sicher früh an den Karneval herangeführt.

(NGZ/ac)