Fußball : Kaarst lässt zwei Punkte liegen

Trotz des unglücklichen 1:1 beim VfB Korschenbroich hat die SG Kaarst ihre Tabellenführung in der Bezirksliga ausgebaut. Im Waldstadion waren die Gäste 90 Minuten lang die spielbestimmende Mannschaft.

Als Kaarster fiel es einem nicht leicht, gestern im Korschenbroicher Waldstadion Ruhe zu bewahren. Trotz drückender spielerischer Überlegenheit kam die SG beim VfB Korschenbroich nicht über ein 1:1 (Halbzeit 1:1) hinaus.

Vor allem in der Schlussphase wurde die leidenschaftliche Partie sehr turbulent, als Kaarst mit aller Macht vergeblich auf das Siegtor drängte, Korschenbroich unermüdlich und teilweise auch unsportlich verteidigte und auch Schiedsrichter Wilhelm van Bebber bei zwei kritischen Entscheidungen falsch lag. Ausgerechnet Kapitän Marc-Robin Philipp verlor daher kurz vor Schluss die Nerven und leistete sich eine Tätlichkeit gegen den herausragenden VfB-Torwart Manuel Donner. "Das ärgert mich mehr als das Unentschieden", war Trainer Dirk Schneider sauer.

Mit dem Spiel seiner Mannschaft, die nach sieben Spieltagen für viele überraschend ungeschlagener die Tabellenführung innehält, konnte er freilich zufrieden sein. Voller Selbstvertrauen starteten seine Mannen ins Spiel und gingen auch prompt in Führung, als Christof Seget eine Flanke von David Smith ins Tor verlängerte (4.). Auch vom schnellen Ausgleich, den Marcel Fabian nach einem Konter erzielte (12.), ließ sich die SG nicht beeindrucken. Einzig vor dem Tor wollte fortan nichts mehr gelingen. Unzählige Male setzten sich die Kaarster nach Standardsituationen im Strafraum durch, ohne zum Erfolg zu kommen.

Korschenbroich kam nur noch einmal gefährlich vor das Tor, Lukas Birrewitz war vor Keeper Mehmet Bozkir — vergangene Saison noch beim VfB — jedoch zu eigensinnig. Spätestens der eingewechselte Ahmet Pekin hätte Kaarst wieder in Führung bringen müssen. Zuerst setzte er sich gut gegen Donner durch, wurde vor dem Tor aber abgefangen (67.), kurz darauf wurde er von Manuel Willerscheidt im Strafraum elfmeterreif gefoult, van Bebbers Pfeife blieb aber stumm. Willerscheidt war es auch, der mit einer unsportlichen Szene kurz vor Schluss für Aufregung sorgte: Als er sich nach einer Abwehraktion aufrappelte, befahl ihm ein Betreuer lautstark, sich wieder hinzulegen. Das tat er — und durfte auch dem Platz "behandelt" werden.

Die Tabellenführung hat die SG derweil trotzdem auf vier Punkte ausgebaut. "Man muss sich nicht darüber unterhalten, dass ein Sieg verdient gewesen wäre. Wir haben aber trotzdem gut gespielt und sind immer noch Erster", war Schneider dennoch zufrieden. Denn — ob man es in Kaarst nun hören möchte oder nicht — in dieser Verfassung kann sich die SG noch eine ganze Weile an der Tabellenspitze halten.

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(NGZ)