Ringen : Eklat beim Kampf des KSK

Mehr als die erwartete Heimniederlage gegen Köllerbach (6:21) beschäftigte die rund 200 Zuschauer der handgreifliche Disput zwischen dem Neusser Saba Khubezhty und Andriy Shykka. Beide Ringer sahen "Rot".

Auf einem Plakat in der Stadionhalle wirbt der HTC SW Neuss mit dem Spruch: "Schläger-Typen gesucht!" um Hockey-Nachwuchs (Unterzeile: "Bei uns wird aber nur der Ball geschlagen."). Im vorletzten Kampf der bei einem Zwischenstand von 6:20 längst zugunsten des klar favorisierten KSV Köllerbach entschiedenen Bundesliga-Begegnung nahmen es der für den KSK Konkordia Neuss ringende Saba Khubezhty und sein Kontrahent Andriy Shykka wörtlich.

Das Prestigeduell zwischen dem Russen Khubezhty und dem mit einem deutschen Pass ausgestatteten Ukrainer Shyyka war gerade 1:04 Minuten alt – der Neusser lag mit 4:2 vorne –, als die beiden Streithähne vollkommen den Kopf verloren. "Beim Herumdrehen hat Khubezhty seinen Gegner unabsichtlich wohl ein bisschen mit dem Ellenbogen berührt", gab KSK-Vorsitzender Hermann J. Kahlenberg vorsichtig zu. Shyyka, bis zur Halskrause voll mit Adrenalin, ließ sich daraufhin zu einer Tätlichkeit hinreißen, für die wiederum Khubezhty gewaltsam Revanche nahm. Als sich daraus in der Folge ein kurzes, aber heftiges Handgemenge zwischen Aktiven, Zuschauern und Funktionären beider Lager entwickelte, in dessen Verlauf Mattenleiter Karl-Peter Schmitt eine mit Wasser gefüllte Plastikflasche am Bein traf, drohte sogar ein Abbruch des gesamten Kampfabends. Schmitt aber beließ es bei Roten Karten für beide Ringer, und der Kampf wurde aus der Wertung genommen.

Für den Ausraster seines Schützlings, der in dieser Saison seinen Status als Weltklassemann bislang stets bestätigt hatte, zeigte Kahlenberg nur wenig Verständnis. "Bei allem Ehrgeiz und allen Emotionen, da muss er sich besser im Griff haben", stellt er klar. Weil der Russe auch lange nach dem Eklat partout nicht zu beruhigen war ("Ich bin nicht nach Deutschland gekommen, um zu verlieren."), spielten die Gäste sogar mit dem Gedanken, die Polizei einzuschalten.

Die Niederlage an sich brachte die Gastgeber derweil nicht aus der Ruhe. "Mir war von vornherein klar gewesen, dass wir hier, wenn überhaupt, nur drei Kämpfe gewinnen können", sagte Kahlenberg. Am Ende war es einer: Serdar Böke mühte sich in der Klasse bis 84 Kilogramm zu einem 3:1 über Konstantin Völk. Der schwer erkältete Samet Dülger ("Eigentlich hätte ich gar nicht ringen dürfen.") unterlag Martin Daum nach einer 2:0-Rundenführung noch mit 2:3, sah sich dabei aber vom Mattenleiter benachteiligt. "Ich habe ihm das auf Video gezeigt, und er hat sich dafür entschuldigt", ließ der wegen Meckerns mit einer Gelben Karte bedachte KSK-Trainer Ayhan Aytemiz wissen. Stark präsentierte sich auch Sergiy Skrypka (60 kg) trotz der 0:3-Niederlage gegen Venelin Venkov.

(NGZ)