Basketball : TG fehlt es noch an Härte

Bei der 51:66-Niederlage zum Saisonauftakt der 2. Basketball-Bundesliga gegen den Erstliga-Absteiger und Titelkandidaten Herner TC hielten die Neusserinnen gut mit, eine wirkliche Siegchance hatten sie allerdings nicht.

Unter den ersten Liga-Auftritt der TG Neuss in dieser Saison lässt sich recht schnell ein abschließender Haken setzen. Der Herner TC, angetreten, den sofortigen Wiederaufstieg ins Bundesliga-Oberhaus zu schaffen, war für die Basketballerinnen aus der Quirinusstadt am Samstag schlichtweg eine Nummer zu groß. Trotzdem verkauften sich die Gastgeberinnen bei der letztlich noch deutlichen 51:66-Niederlage (Halbzeit 26:36) ordentlich.

Und darum urteilte Trainer Mathias Gierth milde: "Das war kein schlechtes Spiel von uns. Uns fehlte es noch ein bisschen an Härte und Intensität." Festzumachen wusste er das am Spielberichtsbogen: Der wies für seine Mädels nämlich insgesamt nur zehn Fouls auf. "Und gerade im zweiten Viertel, als der Gegner ins Rollen kam, hätten wir das mit dem ein oder anderen Foul verhindern können." Herne half zudem die Präsenz der körperlich starken Minja Terzic auf dem Feld. Die Serbin legte bei einer Wurfquote von 52 Prozent (10/19) 26 Punkte und zehn Rebounds auf. Weil aber ihre Teamkolleginnen im Angriff deutlich abfielen – keine weitere Hernerin erzielte mehr als neun Punkte –, blieb die wesentlich ausgeglichener besetzte Mannschaft der Turngemeinde lange dran.

Im ersten Viertel brachte Danina Skrobek, der Gierth ebenso eine famose Leistung bescheinigte wie Julia Kleen, ihre Farben nach einem 9:0-Lauf zwischen der sechsten und neunten Minute sogar mit 13:12 in Führung. Weil Mara Hinker & Co. aber daraufhin gegen die intensive Verteidigung des Erstliga-Absteigers trotz entsprechender Vorbereitung "zu kopflos" (Gierth) agierten, erspielten sich die Gäste, die außer Terzic in den US-Amerikanerinnen Brittney Davis und Halle Sawyer noch zwei weitere ausländische Profis beschäftigen, mit einer 10:0-Serie bis zur 13. Minute den vorentscheidenden 22:13-Vorsprung.

Näher als vier Zähler (18:22/15.) sollten die Neusserinnen bis zum Schlusspfiff nicht mehr herankommen. Weil auch Gierth irgendwann spürte, dass seinen Schützlingen an diesem Abend keine Überraschung glücken würde ("Zu wenige haben ihr Potenzial voll ausgeschöpft."), nutzte der Neusser Trainer in der Schlussphase die Chance, um seinen talentierten U17-Bundesliga-Spielerinnen Inga und Lisa Krings sowie Sarah Stock wertvolle Wettkampfpraxis auf gehobenem Niveau zu verschaffen. "Denn wir werden sie in dieser Saison sicher noch brauchen."

Den verlorenen Punkten trauerte er nicht nach. "Herne ist nicht der Gegner, den wir schlagen müssen, um in dieser Saison die Klasse zu halten." In Bielefeld sieht das am kommenden Wochenende schon ganz anders aus ...

(NGZ)