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Reitsport: Fahrer setzen würdigen Schlussakkord

Reitsport : Fahrer setzen würdigen Schlussakkord

An drei Turniertagen kürten auf dem Gestüt Gut Neuhaus in Neukirchen mehrere hundert Reiter ihre Kreismeister.

Eigentlich war Lutz Bartsch, Vorsitzender des Kreis-Pferdesportverbandes (KPSV) Neuss, am Sonntagabend hochzufrieden. Denn die Kreistitelkämpfe der Reitsportler aus dem Rhein-Kreis liefen sportlich wie organisatorisch hervorragend. "Das war wieder einmal ein tolles Kreisturnier", sagte der Jurist aus Grevenbroich.

Bester Laune: Siegerin Anna-Christina Finke und Friedhelm Tillmann. Foto: Berns, Lothar (lber)

Drei Tage lang ermittelten mehrere hundert Reiter auf dem Grevenbroicher Gestüt Gut Neuhaus ihre Champions in Dressur, Springen, Vielseitigkeit und Fahren. Lediglich ein Manko trübte die Stimmung der KPSV-Verantwortlichen: Einige wenige Meisterschaftswertungen litten unter Teilnehmermangel. "Da werden wir umdenken müssen", erklärte Bartsch, "und die Ausschreibung zukünftig anpassen müssen". Warum einige Wertungen zu wenig Zuspruch hatten und wie genau das geändert werden könnte, das wird der Vorstand in den kommenden Wochen überlegen. Dass einige Wertungen zahlenmäßig nicht gut besetzt waren, tat den sportlichen Leistungen und der Stimmung auf Gut Neuhaus jedoch keinen Abbruch. Zum Beispiel in der Vielseitigkeit, der "Königsdisziplin" der Reiter. Lediglich drei Teams gingen in den Kampf um die Kreisstandarte, alle vom gastgebenden RC Gut Neuhaus. Und auch im Einzel kam die Mehrzahl der zwölf Starter aus den Reihen des Gastgebers. So wie die Siegerin: Anna Kristina Finke bewies Nervenstärke. Als letzte ritt sie im Sattel von Simply Redd in das entscheidende Springen und lieferte eine souveräne Runde — wenn auch mit einem Abwurf — ab. Doch diesen Patzer konnte sich die 25-Jährige aus Rommerskirchen locker leisten.

Auch im Springen der Reiter/Senioren feierte der Gastgeber einen Sieg: Gilbert Tillmann holte sich nach 2001 und 2002 zum dritten Mal den Kreismeistertitel, dieses Mal aber nicht mit "Neu-Rentner" Hello Max, sondern mit dem erst acht Jahre alten Wallach Hadjib. Der dritte Platz im abschließenden S*-Springen mit Stechen reichte dem 31-jährigen Derby-Sieger, der zwischendurch fleißig Autogramme schrieb, zum Titelgewinn.

Die goldene Schleife im schwersten Springen des Turniers ging an einen, der in der Kreismeisterschaftswertung keine Rolle spielte: Guido Flass (RV Wevelinghoven). Er gewann mit fehlerfreier Runde im Stechen auf Claro Que Si vor der Rheinischen Vizemeisterin Franziska Scharrer (RV Torfgrafen Bergerhof) auf ihrem Schimmel Coragioso, die ebenfalls nur für dieses eine Springen angereist war. Die weiteren Meistertitel im Springen sicherten sich Kerstin Offer (RC Gut Neuhaus/Junge Reiter) auf Satchmo und Louisa Fritzsche (RV Uedesheim-Stüttgen/Junioren) auf Belle Fleur. In der schweren Dressurtour waren es überraschenderweise zwei Herren, die den Titel unter sich ausmachten. Am Ende entschied Christian Reisch (Neuss-Grefrather RC), Pferdewirtschaftsmeister vom Kamberger Hof in Neuss, das Duell für sich. Mit Blix wurde er erstmals Kreismeister und holte sich mit der goldenen Schleife in der S*-Dressur auch gleich den letzten noch notwendigen S-Sieg zum Goldenen Reitabzeichen.

Für Stimmung sorgten am Sonntagnachmittag vor der großen Meisterehrung auf dem Hauptplatz die Fahrer. In einem Kegelfahren mit Geländehindernissen entschied sich die Meisterschaftswertung. Im Einspänner gelang es Ursula Hüsges (RV Osterath) ihren Titel aus dem Vorjahr zu verteidigen. Mit Dragonheart an den Leinen fuhr sie in allen drei Teilprüfungen (Dressur, Hindernisfahren, Hindernisfahren mit Gelände) zum Sieg und war damit wieder die unangefochtene Nummer eins.

Im Zweispänner lieferten sich Markus Kemper und Christian Lange (beide Fahrsportfreunde Neuss) wie schon in den Vorjahren ein spannendes Duell, das 2012 noch zugunsten von Kemper ausgegangen war. Dieses Mal jedoch setzte sich Christian Lange durch.

"Insgesamt sind wir zufrieden", sagte Chef-Organisator Friedhelm Tillmann zum Abschluss, der sogar selbst noch Zeit fand, seiner Leidenschaft — dem Fahrsport — nachzugehen. Er kletterte im Ein- und Zweispänner auf die Kutsche, verpasste mit seinen Friesen aber die Medaillenränge: "Macht nichts, ich habe es genossen — das ist die Hauptsache."

(NGZ)