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Jüchen: Neue Paten wollen Spielplatz ausbauen

Jüchen : Neue Paten wollen Spielplatz ausbauen

Nachbarn an der Amselstraße kümmern sich um die Spielfläche, wollen sie mit zwei Spielgeräten ausbauen. Noch fehlt ihnen Geld.

Während die Nachbarn an der Amselstraße den Grill anfeuern, schwingen Ingrid Scholz, Andrea Rohfleisch, Jutta Semmeln und Karl-Heinz Klücken die Pinsel und grundieren die große Schaukel-Kletter-Anlage am Spielplatz Amselstraße neu. Warum sie das tun: Rohfleisch und Semmel haben offiziell die Patenschaft über die Spielfläche übernommen. Alle vier sind sich einig: "Wir wollen diese Spielmöglichkeit direkt vor der Haustür erhalten." Ihre Pläne für die Zukunft: weitere Spielgeräte zu finanzieren. "Dafür brauchen wir 2000 Euro, 1500 konnten wir bereits sammeln", sagt Ingrid Scholz.

Paten für Spielplätze — davon würde sich die Gemeindeverwaltung weitere wünschen. Denn in der Flächengemeinde gibt es 42 Spielanlagen — allerdings sollen zwölf davon aufgegeben und die Flächen wenn möglich anders genutzt werden. Der Hintergrund: Die Zahl der Plätze soll aus Kostengründen reduziert werden, die verbliebenen sollen aber attraktiver werden. Spielplatz-Paten wurden bereits in Kelzenberg, Schaan und Gierath gefunden.

Rund 45 000 Euro musste die Gemeinde im vergangenen Jahr für den Unterhalt und die Pflege der Spielplätze investieren — "welche Kosteneinsparungen durch Spielplatz-Paten möglich sind, das haben wir noch nicht ermittelt", so Rathaus-Sprecher Jürgen Wolf. Er meint, dass diese sich aber in Grenzen halten. Denn die Gemeinde bleibt — trotz der Patenschaft — zuständig für "kostenintensive Aufgaben" wie die Behebung von Schäden, Anstreichen von Spiel- und Sitzgelegenheiten, das Ergänzen der Bepflanzung und das Auswechseln des Spielsands. "Außerdem verbleibt die Verkehrssicherheitspflicht, insbesondere die regelmäßige Kontrolle und Wartung des Spielplatzes im vollen Umfang bei der Gemeinde", sagt Wolf. So muss sie die Spielgeräte warten und instandhalten und für deren Sicherheit zu sorgen.

Doch die Spielplatz-Paten wollen dabei helfen: "Wir schauen regelmäßig nach dem Rechten, werfen einen Blick auf die Geräte und informieren die Verwaltung bei Problemen", sagen die Spielplatz-Paten. Jutta Semmel hat die Spielfläche auch ohne Patenschaft häufiger im Blick: Ihre vier Kinder im Alter von fünf bis 13 Jahren verbringen oder verbrachten ihre Zeit hier. "Gerade an lauen Sommerabenden ist es schön, wenn die Kinder fußläufig spielen können", sagt Jutta Semmel.

Jetzt soll die Spielfläche für den Nachwuchs aus der Umgebung attraktiver werden: Zwei Reckstangen und zwei große Wippen stehen auf der Einkaufsliste der Spielplatz-Paten. Dafür haben sie Spenden gesammelt, sind begeistert von der Großzügigkeit der Geldgeber: "Noch fehlen uns rund 500 Euro", sagt Ingrid Scholz. Die Lücke soll bald gefüllt werden, damit die Geräte-Bestellung abgeschickt werden kann. Denn: "Die Lieferzeit liegt bei zwölf Wochen", so Andrea Rohfleisch. Und auch wenn es anderthalb Jahre dauerte, bis die Patenschaft über die Bühne ging, sind alle optimistisch: "Wir feiern auch ein Kinderfest im Oktober."

(NGZ)