Korschenbroich : Ein Knaller zum Finale

Großer Andrang herrschte vor und in der Aula des Korschenbroicher Gymnasiums, als der Lions Club Kaarst-Büttgen-Korschenbroich mit dem Rotary Club Kaarst-Korschenbroich zum zehnten Benefizkonzert luden.

Bereits eine Stunde vor Konzertbeginn offerierten die Frauen vom Probus Club Kaarst stilvoll angerichtete Snacks, zahlreiche Korschenbroicher Gymnasiasten versorgten aufmerksam die Gäste mit Getränken.

Auch beim Jubiläumskonzert hatten die Bürgermeister von Kaarst und Korschenbroich die Schirmherrschaft übernommen. In einem Grußwort sagte der Kaarster Verwaltungschef Franz-Josef Moormann: "Ich spreche auch für meinen Kollegen Heinz Josef Dick, wenn wir dafür dankbar sind und nicht darüber nachdenken mögen, dass man uns mal nicht um die Schirmherrschaft bittet."

Von Anfang an dabei ist die "Schumann Camerata" Düsseldorf. Das junge Orchester, mit professionellen oder noch studierenden Musikern besetzt, wurde 2001 vom jetzigen Chefdirigenten der Nürnberger Symphoniker, Alexander Shelley, gegründet und trat im gleichen Jahr erstmals in Korschenbroich auf. Seit vier Jahren steht Clemens Schuldt am Pult. Das 28-jährige Nachwuchstalent ist zurzeit zwar mehr in London als "Assistant Conductor" beim weltberühmten "London Symphony Orchestra", wollte aber in Korschenbroich unbedingt dabei sein. Im Gepäck hatte er zwei wunderbare Sätze aus der "Momentum Suite for Strings" von Peter Hope. Eine glänzend aufgelegte Camerata spielte makellos mit sattem Streichersound – ein perfekter Auftakt.

Das innovative Düsseldorfer Orchester feiert mit seinen Cross-over-Programmen große Erfolge. So waren rund 30 Schüler eingeladen, in eine "Serenade nach schwedischen Volksmelodien" von Max Bruch zwei schwedische Volkslieder live zu integrieren. Nils Rollersbroich aus der elften Stufe des Korschenbroicher Gymnasiums begeistert: "Das hat unheimlich viel Spaß gemacht. In einem Workshop zwei Stunden vor dem Konzert hat der Solinger Kirchenmusiker Matthias Bartsch uns viel beigebracht."

Ähnlich dürfte auch das große Schulorchester des Gymnasiums empfunden haben, das mit der Camerata, nun unter Leitung von Musiklehrerin Katharina Storck, die Ouvertüre zu "My fair Lady" mit swingendem Schmiss auf das Podium brachte. Über die Grenzen ihrer Heimatstadt bekannt ist die Korschenbroicher Violoncellistin Heike Schuch. Ihre großartig virtuose Spielfreude beim "Cellokonzert a-Moll" von Robert Schumann riss die Zuhörer vor allem beim lebhaften Schlusssatz zu Jubelstürmen hin.

Nils Rollersbroich hatte für das Finale einen Knaller versprochen. Alle Musiker legten ihre Instrumente weg und vereinten sich mit dem Schülerchor zu "Ratibor". Diese Fuge aus der Geographie für sprechenden Chor von Ernst Toch war der auch rhythmisch perfekte Auftakt für die folgende Party im Foyer.

(NGZ)