Jüchen : "Täglich für Frieden einsetzen"

CDU-Bundestagsabgeordneter Ansgar Heveling, Realschüler aus Jüchen und Schützen-Chef Hans-Hubert Krall gestalteten das Gedenken zum Volkstrauertag. Sie mahnten, den Wert des Friedens nicht zu unterschätzen.

Wie kann es zu Kriegen kommen, die eigentlich niemand will? Diese zentrale Frage stellten die Jugendlichen Chris Popowski und Melissa Wagner, Realschüler aus Jüchen, bei der Gedenkfeier zum Volkstrauertag auf dem Jüchener Friedhof. "Wir wollten besonders die Diskrepanz zwischen dem Wissen um die Kriege und dem Nicht-Begreifen-können aufzeigen", erläutert Englischlehrerin Monika Streger, die mit den Jugendlichen gemeinsam die Texte erarbeitet hatte. Auf der Gitarre begleitet wurden sie von Daniel März.

Bereits seit fünf Jahren gestalten Jugendlichen der Jüchener Realschule mit den Mitgliedern des Bürgerschützen- und Heimatvereins Jüchen das Totengedenken am Volkstrauertag mit. "Die Schule ist damals gefragt worden", erinnert sich die Pädagogin. Sie freut sich über das Engagement der Schüler, die Mut beweisen, vor ungewohnt vielen Zuhörern vorzutragen.

66 Jahre des Friedens in Europa, die Spanne von zwei Generationen – das war auch der Ansatz von Ansgar Heveling, CDU-Bundestagsabgeordneter für Jüchen und Korschenbroich, in seiner Ansprache. "Viele junge Menschen kennen Krieg nur aus den Erzählungen der Älteren. Die Ruinen sind längst Geschichte, manchmal erinnert nur noch ein Blindgänger-Fund an den Zweiten Weltkrieg", sagte Heveling. Doch gerade diese lange Zeit des Friedens sei eine permanente Verpflichtung, sich jeden Tag für eine kriegsfreie Zukunft einzusetzen: "Frieden ist keine Selbstverständlichkeit. Schnell könnten aus Freunden wieder Fremde werden." Dies zeige gerade auch die Finanzkrise in der Europäischen Union. Deshalb besitzen Gedenktage wie der Volkstrauertag die Funktion, im Namen der stummen Opfer an den Wert des Friedens zu erinnern.

Schützenchef Hans-Hubert Krall erinnerte nicht nur an die gefallenen Soldaten, die Opfer der Zivilbevölkerung, an die Toten des Widerstands und in der Kriegsgefangenschaft: "Wir gedenken auch aller Opfer von Terrorismus und politischer Verfolgung."

(NGZ)
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