Korschenbroich: Der Hundeflüsterer aus Pesch

Korschenbroich : Der Hundeflüsterer aus Pesch

Oberkommissar Frank Rosenbaum und sein Malinois-Rüde Miko sind ein unschlagbares Gespann – beruflich wie privat. Der drei Jahre alte Polizeihund ist für seine Spürnase bekannt. Jüngster Fahndungserfolg: zehn Kilo Kokain. Sein Herrchen hat zudem als Hundeflüsterer einen Namen.

Oberkommissar Frank Rosenbaum und sein Malinois-Rüde Miko sind ein unschlagbares Gespann — beruflich wie privat. Der drei Jahre alte Polizeihund ist für seine Spürnase bekannt. Jüngster Fahndungserfolg: zehn Kilo Kokain. Sein Herrchen hat zudem als Hundeflüsterer einen Namen.

Frank Rosenbaum (44) und sein belgischer Schäferhund Miko (3) sind ein unzertrennliches Gespann — und das beruflich wie privat. Der 44-Jährige ist nicht nur Hundefan, Hundehalter, Hundecoach und Hundesachverständiger.

Rosenbaum ist auch Leiter der Polizeidiensthundestaffel im Kreis Viersen und als Ausbilder von Diensthunden und Spürhundeführern ein gefragter Mann. Er gilt in der Szene längst als "der Hundeflüsterer" im Rheinland, auch wenn er bei der Bezeichnung etwas verschmitzt lächelt.

Und so gibt's für den Profi aus Pesch nur eines: Disziplin. Das ist für ihn der Schlüssel zum Erfolg. Daher predigt der 44-Jährige seinen Berufskollegen ebenso wie ratsuchenden Hundehaltern, "konsequent zu bleiben": "Schließlich soll Tierhaltung Spaß machen, Freude bereiten und nicht von Frust überlagert werden."

Sein generelles Ziel: "Hund und Halter sollen eine harmonische Einheit bilden." Für ihn ist der Besuch einer Hundeschule dabei nicht unbedingt zwingend, allerdings bestärkt ihn seine langjährige Erfahrung: "Die ersten Wochen im Leben eines Hundes sind ganz wesentlich. In dieser Zeit wird der Grundstein in Erziehungsfragen gelegt." Und so lautet dann auch sein gut gemeinter Tipp für alle Hundehalter: "Der Aufwand lohnt sich wirklich."

Dass sich bei Miko sein konsequenter Einsatz gelohnt hat, bekommt Frank Rosenbaum jeden Tag bescheinigt. Er bekam das Tier im Alter von vier Monaten. "Ich bin in der glücklichen Lage, auch die Züchter auszubilden. Daher durfte ich mir Miko in der Landesaufzuchtstätte der Polizei, in Stukenbrock, selbst aussuchen."

Der gebürtige Grevenbroicher, der in Glehn aufgewachsen ist und seit zwei Jahren mit seiner Frau Vera in Pesch lebt, hat dabei ein gutes Händchen bewiesen. "Miko war schon mit eineinhalb Jahren einsatzfähig", sagt Rosenbaum nicht ohne Stolz. "Damit war er damals der jüngste Rauschgiftspürhund Deutschlands."

Der jüngste Erfolg liegt nur zwei Monate zurück: Da hat Miko in Nettetal in einem Auto zehn Kilo Kokain aufgespürt. Bei Festnahmen oder Demonstrationen ist das Team ebenso gefragt wie bei der Fahndung nach möglichen Einbrechern. Zum Monatsende geht's für Rosenbaum für eine Woche nach Gorleben. Dort wird er im Rahmen des geplanten Castor-Transports helfen, die Hundestaffeln zu koordinieren.

Dass Miko in Pesch Hausverbot hat, erklärt Rosenbaum mit seinem Dienstauftrag: "Er ist ein Spürhund und geht im Haus automatisch über Tisch und Bänke." Wenn der Hundeflüsterer im Garten ausspannt, hat auch Miko Freizeit. Dann knabbert auch ein Polizeihund genüsslich an einem Tennisball.

(NGZ)
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