Fußball : Uedesheim dreht Lokalderby

Die Fußballer des Landesligisten TuS Grevenbroich lagen im Schloss-Stadion bereits mit 2:0 vorne. Am Ende unterlagen sie in einem zwar nicht hochklassigen, aber höchst unterhaltsamen Match den Gästen aus Neuss mit 2:3 und tauchen damit endgültig ab im grauen Mittelmaß der Tabelle.

Die beste Figur gaben die Kicker des TuS Grevenbroich nach dem Schlusspfiff ab. "Ich habe den Gegner jetzt nicht unbedingt besser gesehen, aber das Ergebnis geht schon in Ordnung", resümierte Kapitän Stephan Volk unmittelbar nach der 2:3-Heimpleite (Halbzeit 2:1) im Lokalduell mit dem SV Uedesheim. Und auch sein Coach Jörg Ferber stellte trotz verständlicher Enttäuschung die Berechtigung des Spielausgangs nicht in Frage. "Der Gegner hat mehr für den Sieg getan", stellte er fest.

Dabei ließ sich die Partie für die in der Liga nunmehr sechsmal in Folge sieglosen Hausherren prächtig an. Zunächst hatten sie Glück, dass Andrej Hildenberg (9./13.) und Samir Saysay (10.) für Uedesheim beste Einschussgelegenheiten ausließen. Und dann nutzten sie gleich ihre erste echte Torchance zur Führung. Beim Freistoßtreffer von Stephan Volk aus 20 Metern war der junge SV-Keeper Ralph Tyborski auf tiefem Boden nicht frei von Schuld. Und nur vier Minuten darauf krönte Swen Rommerskirchen einen schönen Spielzug, mit Sascha Pelka als Flankengeber, mit dem 2:0.

Angst vor Fehlern

Damit allerdings hatten die Gastgeber gestern Nachmittag ihr kreatives Potenzial fast zur Gänze ausgeschöpft. Und das betrübte auch ihren Trainer. "Manchmal siehst du, was in dieser Mannschaft steckt, aber aus Angst vor Fehlern verstecken sich die Jungs zu oft", monierte er. Fehler halfen dem SVÜ zurück ins Spiel: Ein simpler Ballverlust in der Vorwärtsbewegung brachte Benedikt Günther, der kurz zuvor per Kopf nur den Pfosten getroffen hatte, in aussichtsreiche Schussposition. Rund 20 Meter vor dem Tor fackelte der Mittelfeldspieler nicht lange und hämmerte die Kugel ins Netz (41.). Noch vor der Pause klatschte der Ball nach einem Freistoß seines Kollegen Matthäus Klinghardt erneut ans Aluminium.

Auch nach Wiederbeginn blieb der Tabellenzweite am Drücker: Als sich David Dygacz nach einer Hereingabe des fleißigen Malte Hauenstein unfreiwillig auf den Hosenboden setzte, war der Weg frei für Mo Salou – seit der 40. Minute zweite Spitze neben Hildenberg – zum 2:2-Ausgleich (52.). Dass Hildenberg nach Saysays Flanke und artistischer Kopfballvorlage Günthers das Spielgerät mit dem Haupt zum 3:2 (70.) über die Linie drückte, erzürnte Volk. "Dem Treffer ging ein klares Foul voraus", schimpfte er.

Erst jetzt erkundeten auch die Schützlinge von Jörg Ferber wieder die gegnerische Hälfte. Doch mehr als hoch in den Strafraum geschlagene Bälle fiel ihnen dabei nicht ein. Die spielerische Armut nervte natürlich auch Ferber. "Kämpfen alleine reicht nicht", kritisierte er später im Kabinengang.

Das Lächeln gar nicht mehr aus dem Gesicht bekam dagegen SV-Vorsitzender Klaus Haas. Unwidersprochen durfte er auf dem Weg zur Theke feststellen: "Das war ein verdienter Sieg. Klasse, dass die Jungs nach dem 0:2 nicht die Köpfe haben hängen lassen."

(NGZ)
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