Jüchen : Ein Heimatmuseum für Jüchen

Die Geschichte von Jüchen bewahren – das will Gabriele Kürten-Hammacher. Ihre Idee, die sie erstmals öffentlich vorstellte: "Ein Heimatmuseum für Jüchen." Geld von der Gemeinde gibt es nicht; deshalb sucht sie Unterstützer.

Geschichte bewahren – das geschieht in Jüchen im Gemeindearchiv, in Geschichtskreisen in Otzenrath-Spenrath und Garzweiler oder in den Schulen. Das ist viel, aber nicht genug sagt Gabriele Kürten-Hammacher (59). Ihre Idee, die sie erstmals im Kulturausschuss vorstellte: "Ein Heimatmuseum für Jüchen." Dabei sieht sich die CDU-Ratsfrau als Impulsgeberin: "Ich alleine kann das ohne Hilfe von Vereinen oder Geschichtsinteressierten nicht stemmen." Sie ist überzeugt: "Die Erinnerungen von Zeitzeugen müssen erhalten bleiben – solange sie noch leben."

Ein Heimatmuseum aufzubauen – das ist keine Aufgabe für das Gemeindearchiv, das Axel Bayer leitet, betont Bürgermeister Harald Zillikens. Die Gemeinde Jüchen als Haushaltssicherungskommune könne das Projekt nicht finanzieren, aber: "Ein Betreiberverein könnte gegründet werden."

Bisher ist es nur eine Idee, betont Gabriele Kürten-Hammacher: "Meine 29 Jahre alte Tochter hat mich darauf gebracht. Auch sie ist der Meinung, dass Vergangenes nicht vergessen werden darf." Nun will die 59-Jährige Verbündete suchen: "Wir brauchen einen Raum und Materialien – ich werde jetzt Gespräche führen, um Unterstützer zu finden." Nicht nur die Geschichte der Umsiedlungsorte wie Garz-weiler, Otzenrath, Holz oder Priesterath sei interessant, sondern auch die Bedeutung der Landwirtschaft könne dokumentiert werden. "Ich werde die Idee bei den Haushaltsberatungen vorstellen", kündigt Kürten-Hammacher an.

"Eine gute Idee", sagt Ehrenbürgermeister Peter Giesen (89). Er hat selbst das Archiv von Garzweiler aufgebaut. Die Vergangenheit zu bewahren, sei sinnvoll: "Man kann viel aus ihr lernen." Giesen führt zurzeit Gespräche, wie im künftigen "Jüchener Wäldchen" auf dem rekultivierten Tagebaugelände an die Umsiedlung erinnert werden könne. Giesen ist überzeugt: "Es gibt genug Materialien, um ein Heimatmuseum zu füllen." Er sorge sich, dass Zeitzeugen aussterben: "Ein zentrales Museum könnte auch helfen, das Interesse von jungen Leuten zu wecken."

Gerd Behr (70), Leiter des Geschichtsvereins Otzenrath, kennt den Aufwand, den ein solches Museum mit sich bringt: "Ganz wichtig ist es, einen Raum zu finden." Wenn das Konzept stehe, sei der Verein auch zu Gesprächen bereit.

Eher zurückhaltend äußert sich Dieter Ohlmann (69), Vorsitzender des Fördervereins vom Gemeindearchiv: "Wir haben darüber schon einmal beraten, der Vorschlag taucht immer wieder auf." Allerdings sei der Förderverein weder personell noch finanziell in der Lage, die Idee zu unterstützen.

(NGZ)