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Korschenbroich: Geld für Grundwasser-Hilfen

Korschenbroich : Geld für Grundwasser-Hilfen

Jeder im Stadtgebiet ist aufgerufen, sich durch einen finanziellen Obolus an der Grundwasser-Lösung zu beteiligen. Martin Rothe und Hans W. Breuer unterstützen die Rathaus-Aktion: "Alle sind jetzt gefordert."

Für Martin Rothe (62) und Hans W. Breuer (65) haben die Begriffe Allgemeinwohl und Solidarität eine ganz besondere Bedeutung. Die beiden Kleinenbroicher, die sich seit fast 20 Jahren erfolgreich gegen die Erweiterung des Mönchengladbacher Verkehrslandeplatzes an vorderster Front erfolgreich zur Wehr setzen, wollen jetzt in Sachen Grundwasser-Lösung ihren Beitrag leisten. "Nur wenn wir alle zusammenstehen und mithelfen, können wir wirklich etwas bewirken", betont Rothe. Und Breuers Appell ist unmissverständlich: "8,69 Euro monatlich sollte jedem Kleinenbroicher Hauseigentümer seine Immobilie Wert sein", spricht er die Umsetzung des Erftverband-Modells zur "Kappung der Grundwasser-Spitzen an.

Martin Rothe, dieses Mal nicht als Vorsitzender von Airpeace unterwegs, meldet sich, wie seine Nachbarn Karin (60), und Hans W. Breuer, als Betroffener zu Wort. Und so hat Rothe, unterstützt von Ehefrau Doris (60), einen Bürgerbrief verfasst. Ihr Appell: "Beteiligen Sie sich bitte alle an den Kosten der Pumpmaßnahmen zur Grundwasserhaltung."

Martin Rothe bezieht sich dabei auf den aktuellen Rundbrief des Bürgermeisters, der seit vergangener Woche an alle Haushalte im Stadtgebiet verteilt wird. Heinz Josef Dick erklärt darin die möglichen Pumpmaßnahmen und die damit verbundene Finanzierungsaufteilung der vom Stadtrat verabschiedeten 80:20-Regelung. Das heißt, 80 Prozent der Betriebskosten entfallen auf die Bürger. Unterschiedlich viele Brunnen sieht das Modell für Kleinenbroich, Pesch, Raderbroich, Herrenshoff und Herzbroich zur langfristigen Regelung der "ungesunden Grundwasserstände" vor. "Anhand der Pumpenzahl und der Bürgerbeteiligung wird dann der Bürgeranteil errechnet", so Rothe.

Für Kleinenbroich ist der Betrieb von vier Brunnen vorgesehen. "Bei vielen Häusern stehen schon seit Wochen die Fundamentstreifen wieder im Wasser", weiß Breuer. Das gilt nicht nur für sein Wohngebiet "Auf den Kempen", andere Teile Kleinenbroichs sind ebenso betroffen. "Viele Bürger pumpen auch schon, um das Wasser aus ihren Kellern zu halten", sagt Rothe. Er weiß aber auch: "Betroffene sprechen das Thema erst gar nicht offen an." Für Hans W. Breuer ist die freiwillige Grundwasser-Modell-Aktion vergleichbar mit dem Beitrag für die Krankenkasse. "Fürs Abpumpen gibt es keine finanziell günstigere Alternative. Entweder beteiligen sich ausreichend viele Bürger, um die Kosten niedrig zu halten oder die Pumpen werden nicht angestellt." Genau das wollen Breuer und Rothe verhindern: "In Kleinenbroich sind 3000 Gebäude betroffen. Wenn hier mindestens 500 Hausbesitzer mitziehen, investiert jeder pro Monat 8,69 Euro in eine trockene, sorgenfreie Zukunft."

(NGZ)